Bundesamt für Naturschutz

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Regensburger Gelbling (Colias myrmidone)

Bayerischer Ureinwohner in Osteuropa

Der Regensburger Gelbling bewohnt ausgedehnte Kalkmagerrasen, Weidelandschaften und komplexe, lichte Baum-Buschbestände. In Deutschland war der Regensburger Geißklee die wichtigste Nahrungspflanze der Raupen, ansonsten werden jedoch auch andere Geißklee-Arten befressen. Die Falter fallen durch ihre Größe und bei den Männchen durch ihre kräftige orange Farbe auf. Sie treten in zwei Generationen etwa im Mai bis Juni und im August auf. Die Vorkommensgebiete sind durch eine Vielfalt an Nutzungen geprägt, die für den Erhalt des Lebensraumes unabdingbar sind. In Deutschland ist die Art seit 2001 ausgestorben. Die namensgebende Region um Regensburg beherbergte die letzten deutschen Vorkommen, aktuell wird die Art nur noch vereinzelt in Osteuropa gefunden.

Merkmale des Regensburger Gelblings

Im Bild ist eine Puppe kurz vor dem Schlupf zu sehen. Die typische kräftige orange Farbe der Flügel ist durch die Puppenhülle gut zu erkennen. Foto: Geyer & Dolek.
Puppe Regensburger Gelbling

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Lebensraum

Auch in den ausgedehnten Kalkmagerrasengebieten um Kallmünz ist der Regensburger Gelbling inzwischen verschollen. Veränderte Nutzung und reduzierte Lebensraumvielfalt haben auch hier vermutlich zum Erlöschen beigetragen. Foto: Geyer & Dolek.
Kalkmagerrasengebiete um Kallmünz

Der Regensburger Gelbling besiedelte Kalkmagerrasen und komplexe Weide-Wald-Buschlandschaften (Steppenheiden, lichte Wälder, nährstoffarmes Grasland und Lichtungen in Kiefernbeständen) mit der Nahrungspflanze Regensburger Geißklee (Chamaecytisus ratisbonensis). Insbesondere der Lebensraum der Raupen wird, vor allem am westlichen Rand der Verbreitung (Deutschland, Österreich, Tschechien), als stark wärmegetönt beschrieben. Die Vorkommen in der Umgebung von München sind seit der Mitte des letzten Jahrhunderts erloschen. Mehrere Nachweise aus Sachsen sowie Einzelfunde aus Sachsen-Anhalt, Hessen und Nordrhein-Westfalen vom Beginn des letzten Jahrhunderts werden als nicht autochthon betrachtet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Art auch außerhalb Deutschlands weit verbreitet beobachtet, so z.B. im Norden bis in die Umgebung von Kaliningrad (Königsberg) und in Teilen der Baltischen Republiken (Marhoul & Dolek 2010). In den aktuellen Lebensräumen scheint vor allem die Nutzungs- und Nischenvielfalt von essenzieller Bedeutung zu sein. Der Regensburger Gelbling ist damit ein Zeiger für eine besonders vielfältige Kulturlandschaft.

Verbreitung

Literatur

 Literatur