Bundesamt für Naturschutz

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Recht

Einleitung

Das europäische Naturschutzrecht basiert unter anderem auf zwei Richtlinien: Der  Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ( FFH -RL) und der  Vogelschutzrichtlinie (VSRL). Beide Richtlinien beinhalten sowohl den Gebietsschutz als auch den Artenschutz. Die VSRL bezieht sich ausschließlich auf die europäischen Vogelarten, während andere Tiere und Pflanzen wild lebender Arten über die FFH -RL geschützt werden. Der Artenschutz wird gemäß FFH -RL für alle Arten gewährt, die im Anhang IV der FFH -RL aufgeführt sind. Da Richtlinien der EU keine unmittelbare Geltung in den Mitgliedstaaten haben, müssen sie über das nationale Recht umgesetzt werden. Die artenschutzrechlichen Vorschriften der FFH -RL und der VSRL werden überwiegend durch die Vorschriften über den besonderen Artenschutz des Kapitels 5, Abschnitt 3 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) in deutsches Recht überführt (siehe  BNatSchG).

Das deutsche Artenschutzrecht unterscheidet zwischen allgemeinem und besonderem Artenschutz. Der allgemeine Artenschutz kommt allen Tieren und Pflanzen der wild lebenden Arten zugute. Der besondere Artenschutz hingegen gilt nur für die als besonders oder streng geschützt eingestuften Tier- und Pflanzenarten (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 und 14 BNatSchG).

Der besondere Artenschutz unterteilt Tiere und Pflanzen in besonders und streng geschützte Arten. Dabei werden alle zu schützenden Arten zunächst dem besonderen Artenschutz unterstellt (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 BNatSchG). Sollen sie einen weitergehenden Schutz erhalten, werden sie darüber hinaus noch als streng geschützt eingestuft (§ 7 Abs. 2 Nr. 14 BNatSchG). Alle Tier- und Pflanzenarten, die in Anhang IV der FFH -RL aufgeführt sind, unterliegen dem strengen Artenschutz. Da Arten des Anhangs IV der FFH -RL damit sowohl besonders als auch streng geschützt sind, ist eine Unterscheidung im Rahmen der folgenden Vorschriften entbehrlich.

Letzte Änderung: 02.07.2012

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