Bundesamt für Naturschutz

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Prächtiger Dünnfarn (Trichomanes speciosum)

Spezialist in dunklen Ecken

Immer wieder wurde der Prächtige Dünnfarn in Ländern Europas bereits für ausgestorben erklärt - und dann in so mancher dunklen Ecke wiederentdeckt. So wurden auch in Deutschland in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts wieder Fundorte registriert. Besonders verwunderlich ist das keineswegs, schließlich erreicht dieser Farn in Deutschland die Grenzen seines Verbreitungsgebietes und kommt nicht in der prächtigen Form mit schönen Farnwedeln vor, sondern lediglich als unscheinbares, moosartiges Polster. Dieses kann leicht übersehen werden. Zur Ausbildung der namensgebenden, farnwedeltragenden Generation fehlen ihm bei uns die klimatischen Grundvoraussetzungen. Als Relikt früherer Wärmeperioden ist es ihm an seinen Wuchsorten hier zu trocken und zu kalt. Um heutzutage am Rande seines Verbreitungsgebietes weiterbestehen zu können, ist er auf die Erhaltung ganz spezieller Umweltbedingungen in seiner Umgebung angewiesen.

Merkmale des Prächtigen Dünnfarns

Die unscheinbaren, watteartigen Polster oder Rasen des Prächtigen Dünnfarns können auf den ersten Blick mit einem Moospolster verwechselt werden. Foto: Karsten Horn.
Prächtiger Dünnfarn

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Lebensraum

Konstant feuchte und schattige Felsspalten und -nischen stellen die einzigen Lebensräume des Prächtigen Dünnfarns in Deutschland dar. Foto: Karsten Horn.
Lebensraum

Der Gametophyt (die in Deutschland ausschließlich vorkommende, farnwedellose Form) des Prächtigen Dünnfarns ist ein wahrer Überlebenskünstler hinsichtlich seines Lichtbedarfs. Er kann Nischen besiedeln, die die meiste Zeit des Tages weniger als 0,01 % des Sonnenlichts abbekommen (Johnson et al. 2000). Ansprüche, wenn auch niedrigere als der Farnwedel tragende Sporophyt, stellt der Gametophyt an die Feuchtigkeit seiner Umgebung. Die benötigte hohe Luftfeuchtigkeit findet er in windstillen Höhlen, Felsüberhängen, -spalten oder -nischen. Die besiedelten Gesteine befinden sich zumeist umgeben von Wald in der Nähe von Sickerquellen oder Bächen.

Literatur

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