Bundesamt für Naturschutz

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Herzlöffel (Caldesia parnassifolia)

Ein Unikat mit Herz

Das Vorkommen des europaweit sehr seltenen Herzlöffels ist in Deutschland heute nur mehr auf einen bayerischen Fischteich beschränkt. Durch diese extreme Seltenheit ist der Herzlöffel in der deutschen Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Der Herzlöffel ist eine mehrjährige, aufrechte Wasserpflanze, die einen rispenförmigen Blütenstand und die namensgebenden herzförmigen Schwimmblätter ausbildet. Die Blüte besteht aus drei unscheinbaren und drei großen, weißen Blütenblättern. In Teichen besiedelt die Art den Schlammboden im dauerfeuchten Uferbereich und niedrigem Wasser oder sie besiedelt Schlenken in einem Schwingrasen. Hier ist der Herzlöffel meist in kleinen Gruppen zwischen anderen Wasser- und Sumpfgewächsen zu finden.

Merkmale des Herzlöffels

Namensgebende Schwimmblätter und Blütenstand des Herzlöffels. Foto: Peter Poschlod.
Schwimmblätter und Blütenstand des Herzlöffels

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Lebensraum

Das einzige deutsche Vorkommen des Herzlöffels im bayerischem Naturschutzgebiet „Charlottenhofer Weihergebiet“ entlang des Teichufers und in Schlenken der Verlandungszone (Schwingrasen). Foto: Peter Poschlod.
Lebensraum des Herzlöffels

Das einzige aktuelle deutsche Vorkommen des Herzlöffels befindet sich in einem Fischteich im Naturschutzgebiet „Charlottenhofer Weihergebiet“ (Oberpfalz/Bayern). Das Naturschutzgebiet umfasst 833 ha und befindet sich 40 km nördlich von Regensburg. In diesem ehemals mit Erlen und Birken bewachsenen Sumpfgebiet entstand im Mittelalter eine Teichkultur und später auch Torfnutzung, aus der die heutigen zahlreichen kleinen Teiche hervorgingen (Roauer 2007, Weiß & Poschlod 2009). Die Gegend ist durch kontinentalen Einfluss und den Windschatten der Fränkischen Alb etwas wärmer und niederschlagsärmer als angrenzende Gebiete. In dem erwähnten Teich besiedelt der Herzlöffel den Schlammboden im dauerfeuchten Uferbereich bzw. im niedrigen Wasser entlang des Teichufers oder Schlenken in einem Schwingrasen. Die Art tritt meist gesellig in kleinen Gruppen auf und ist bis in 70 cm Wassertiefe zwischen anderen Wasser- und Sumpfgewächsen zu finden (Roauer & Poschlod 2007).

 

Literatur

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