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Haselmaus (Muscardinus avellanarius)

Nachtaktiver Kletterkünstler

Die Haselmaus zählt zu den Schläfern oder Bilchen, einer Nagetiergruppe, die einen großen Teil des Jahres im Winterschlaf verbringt. Während dieser Zeit zehren die Tiere von den Fettvorräten, die sie sich im Herbst angefressen haben. Die Haselmaus besiedelt Wälder und Gebüsche. Dort bewegt sie sich während der Nacht geschickt von Ast zu Ast auf der Suche nach Blüten, Früchten, ölhaltigen Samen, aber auch Insekten. Den Tag verbringen die Tiere in selbst gebauten Nestern in Baumhöhlen oder versteckt angelegt in dichtem Pflanzenbewuchs.
Für die Haselmaus wird bundesweit eine Gefährdung angenommen. Aus großen Teilen des deutschen Verbreitungsgebietes liegen allerdings keine aktuellen Daten zur Bestandsentwicklung der Art vor, was hauptsächlich auf die heimliche Lebensweise der Tiere zurück zu führen ist.
Obwohl die Haselmaus eigentlich keine Ähnlichkeit mit einer anderen heimischen Kleinsäugerart aufweist, wird sie oft mit Rötel-, Wald- oder Gelbhalsmaus verwechselt, mit denen sie häufig ihren Lebensraum teilt.

Merkmale der Haselmaus

Haselmaus in einen Haselnussstrauch. Foto: Sven Büchner.
Haselmaus

Trotz ihres eigentlich unverwechselbaren Aussehens wird die Haselmaus häufig mit anderen Kleinsäugerarten verwechselt.

Lesen Sie mehr über die  Merkmale der Haselmaus.


Lebensraum

Lebensraum der Haselmaus. Foto Sven Büchner.
Lebensraum

Die Haselmaus gilt als streng an Gehölze gebundene Art.

Sie bevorzugt Lebensräume mit einer hohen Vielfalt Arten- und Strukturvielfalt. Dies sind meist Laubwälder oder Laub-Nadel-Mischwälder mit gut entwickeltem Unterholz. Die geeignetsten Lebensräume haben eine arten- und blütenreiche Strauchschicht (Juškaitis & Büchner 2010). Haselnüsse sind eine sehr begehrte Nahrung, Haselmäuse kommen aber auch in Wäldern und Hecken vor, in denen es keine Haselsträucher gibt.

Bei der Auswahl des Lebensraumes durch die Haselmaus gibt es regionale Unterschiede: zum Beispiel kommt die Art im Teutoburger Wald, im Solling, im Reinhardswald oder im Osterzgebirge in Buchen-Altholzbeständen vor, wo der Unterwuchs von untergeordneter Bedeutung ist. Dagegen existieren Vorkommen beispielsweise in den nördlichen Kalkalpen und im Alpenvorland höchstens zeitweise im reinen Hochwald. Die Schwerpunktvorkommen sind dort auf Kahlschlag- und Jungwuchsflächen mit nicht zu hohem Pflanzenbewuchs (Storch 1978, van Laar 1984) zu finden. Die Art wird nur sehr selten als Kulturfolger festgestellt (Storch 1978).

 

 

 

Literatur

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