Bundesamt für Naturschutz

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Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum)

Immer der Nase nach

Die einzige bekannte Wochenstube der Großen Hufeisennase in Deutschland befindet sich in der Oberpfalz (LBV 2011). Winterfunde sind aus derselben Region und vor allem aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Südbaden in den grenznahen Bereichen zur Schweiz und zu Luxemburg hin bekannt. Einzelne Winterfunde stammen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. In den 1950er Jahren erlitt die Große Hufeisennase in Deutschland einen starken Bestandseinbruch, der beinahe zum Aussterben der Art geführt hätte.
Ein charakteristisches Merkmal ist der sattelförmige Nasenaufsatz der Großen Hufeisennase, der auch als Namensgeber dient. Dieser Nasenaufsatz ermöglicht den Hufeisennasen eine gezielte Abgabe der Ultraschalllaute. Aus diesem Grund können sie mit ihrer Beute im Maul zum Fraßplatz fliegen und benötigen diesen nicht wie andere Arten zur Abgabe ihrer Ultraschall-Echoorientierungslaute.

Merkmale der Großen Hufeisennase

Die Große Hufeisennase. Foto: Marko König/www.koenig-naturfotografie.com.
Große Hufeisennase

Die Große Hufeisennase ist durch ihren charakteristischen, hufeisenförmigen Sattelfortsatz auf der Nase unverwechselbar und kann durch ihre Größe auch nicht mit der deutlich kleineren Kleinen Hufeisennase verwechselt werden.

Lesen Sie mehr über die  Merkmale der Großen Hufeisennase.


Lebensraum

Jagdgebiet der Großen Hufeisennase. Foto: Markus Dietz.
Jagdgebiet der Großen Hufeisennase

Die Große Hufeisennase tritt in Mitteleuropa ausschließlich in wärmebegünstigten Gegenden auf. Die Art bevorzugt reich gegliederte und vielfältige Lebensräume. Hierzu gehören vor allem Laubwälder, Waldränder, Waldwiesen, lichte Altkiefernwälder, fließgewässerbegleitende Gehölze, Hecken, Baumreihen, Weiden und Obstwiesen (Bontadina 2002, Dietz et al. 2007, Duvergé 1996, Geiger 1996). Da die Große Hufeisennase ihr Wochenstubenquartier auf Dachböden von Gebäuden bezieht und bevorzugt in der Umgebung ihres Quartiers in bis zu 3,5 km Entfernung jagt, besteht eine hohe Bindung der Art an Siedlungen und an ortsnahe, kleinflächig gegliederte Lebensräume (Bontadina 2002, Geiger 1996). Auf dem Weg vom Quartier ins Jagdgebiet ist die Große Hufeisennase auf lineare Landschaftselemente wie Hecken, Baumreihen und Waldränder zur Orientierung angewiesen.

Literatur

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