Bundesamt für Naturschutz

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Gelbringfalter (Lopinga achine)

Saugstellen und dichtes Gras im lichten Wald

Der Gelbringfalter ist eine ausgeprägte Art lichter Wälder, die nur in Licht durchfluteten Wäldern, wo die Sonne in großen Teilen den Boden erreicht, und mit gut ausgebildeter Sauer- bzw. Süßgrasschicht vorkommt. Die Falter werden am häufigsten beobachtet, wenn die etwas früher schlüpfenden Männchen auf Wegen an Kot und Aas saugen oder Gehölze nach Weibchen absuchen. An Fuchs- oder Marderkot können sich dann auffällige Falteransammlungen bilden. Sobald die Weibchen aber geschlüpft sind, werden die Männchen in die Büsche gelockt und die Saugstellen am Weg verlieren ihre Attraktivität. Die volle Aufmerksamkeit gilt nun der Paarung und bei den Weibchen der Eiablage. Zur Nahrungsaufnahme werden von beiden Geschlechtern auch Brombeerblüten und der Saft blutender Bäume genutzt.

Merkmale des Gelbringfalters

Die Männchen des Gelbringfalters sind zum Beginn der Flugzeit häufig auf Wegen zu sehen, da sie dort an überfahrenen Tieren (hier eine Ringelnatter) oder Kot saugen. Foto: Geyer und Dolek.
Männchen des Gelbringfalters

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Lebensraum

Typischer Lebensraum des Gelbringfalters in Mittelschwaben. Hier eine Offenfläche im Wald, die durch einen dichten Bestand von Zittergras-Segge (Carex brizoides) und einzelne Jungfichten geprägt ist. Das blaue Fähnchen im Vordergrund in der Mitte markiert eine Eiablagestelle am Fuß der jungen Fichte. Foto: Geyer & Dolek.
Lebensraum des Gelbringfalters in Mittelschwaben

Der Gelbringfalter bewohnt lichte Wälder, wobei die Ausprägung des Unterwuchses in der Strauch- und Grasschicht von großer Bedeutung ist. Zuwachs von Gehölzen führt zum Verlust von Lebensraum und braucht menschliche Eingriffe oder natürliche Prozesse (Hochwasser, Windwurf, etc.), die jüngere Entwicklungsstadien erzeugen, so dass die Entwicklung neu beginnen kann. Einzelne Sträucher, junge Bäume oder Gehölzgruppen umgeben von einer dichten Grasschicht (häufig Seggen, aber auch Süßgräser, vgl. Geyer & Dolek in Vorb.) mit Streu werden in allen Lebensräumen gefunden. Diese Zusammenhänge wurden in einer Reihe europäischer Länder festgestellt und scheinen von allgemeiner Natur zu sein (vgl. Bergman 1999, 2000, Bergman & Landin 2002, Geh 2002, Konvicka et al. 2008, Leimar et al. 2003, Weidemann 1995). Die Baumart ist dabei nicht entscheidend, sondern die gute Ausprägung der Grasschicht und die Lichtigkeit des Gehölzbestandes.

Darüber hinaus gibt es eine Abhängigkeit der Fundorte von feuchten Standorten. Die aktuellen Untersuchungen im bayerischen Artenhilfsprogramm haben selbst an eher trockenen Standorten gezeigt, dass die Eiablage nahezu ausschließlich in kleinklimatisch feuchten Lebensräumen erfolgte (Geyer & Dolek in Vorb.).

Literatur</