Bundesamt für Naturschutz

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Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans)

Fürsorgliche Väter mit glockenheller Stimme

Die Geburtshelferkröte weist unter den heimischen Froschlurchen die einzigartige Besonderheit auf, sich an Land zu paaren und die Eier nicht im Wasser abzulegen, sondern eine echte Brutfürsorge zu betreiben. Das Männchen wickelt sich die vom Weibchen abgegebenen Laichschnüre um die Hinterbeine und trägt so die Kinderschar bis zum Zeitpunkt des Schlupfes mit sich umher.
Noch eine andere Besonderheit weist die Kröte auf: Vor allem in den Abend- und Nachtstunden erklingt während der Paarungszeit ihr heller und an den Klang eines Glasglöckchens erinnernder Ruf. Nicht nur Männchen, sondern auch Weibchen lassen ihn erklingen. Von Weitem erinnern die Töne einer Gruppe rufender Kröten an ein Glockengeläut, was dem Tier auch den Namen „Glockenfrosch“ gegeben hat.
Der natürliche Lebensraum waren die unverbauten Fluss- und Bachauen der Mittelgebirge. Heute lebt die Kröte in sonnigen, warmen und weitgehend bewuchslosen Lebensräumen wie z.B. Abgrabungen oder Bahndämme, aber auch in Gärten und im Weideland und hat wenig spezifische Ansprüche an ihre Larvalgewässer.

Merkmale der Geburtshelferkröte

Ein Geburtshelferkröten-Männchen trägt ein Eipaket, welches um die Hinterbeine gewickelt ist: Ein unverkennbares Bestimmungsmerkmal. Foto: Frank Grawe.
Geburtshelferkröten-Männchen

Das Unterscheidungsmerkmal zu jungen Erdkröten sind die senkrecht schlitzförmigen Pupillen. Lesen sie mehr über die  Merkmale der Geburtshelferkröte.


Lebensraum

Vom Menschen geschaffene Ersatzlebensräume wie Ton-, Sand- oder Kiesgruben stellen heute die wichtigsten Lebensräume der Geburtshelferkröte in Deutschland dar. Foto: Frank Grawe.
Lebensraum Geburtshelferkröte

Die Geburtshelferkröte besiedelt bevorzugt offene oder kaum bewachsene Bereiche in sonnig-warmer Lage und direkter Nachbarschaft zu den Larvengewässern. Wichtig ist weiterhin ein gutes Angebot an bodenfeuchten Versteckmöglichkeiten in Form von Klüften, Spalten oder Gängen im Gestein oder grabfähigem Boden.

 

 

 

Literatur

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