Bundesamt für Naturschutz

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Finger-Küchenschelle (Pulsatilla patens)

Frühlingsbote aus dem fernen Osten

Ursprünglich aus den weiten Steppengebieten Sibiriens stammend, wanderte die Finger-Küchenschelle vermutlich nach der Eiszeit über Osteuropa bis nach Deutschland ein. Sie gehört zu den ersten Pflanzen, die im zeitigen Frühjahr ihre leuchtend blauvioletten Blüten aus dem vertrockneten Gras des letzten Jahres strecken und mit ihrem Pollen den Insekten als wichtige Nahrungsquelle dienen. Ein kräftiger unterirdischer Trieb macht die Finger-Küchenschelle wenig empfindlich gegenüber Mahd und Tritt. Zudem schützen sie pflanzeneigene Bitterstoffe vor Verbiss. Trotzdem sind ihre Bestandszahlen rückläufig und in Deutschland gilt sie als vom Aussterben bedroht.

Merkmale der Finger-Küchenschelle

Ein starker unterirdischer Wurzelstock liefert die nötige Energie für die Farbenpracht im zeitigen Frühjahr. Foto: Peter Poschlod.
Finger-Küchenschelle

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Lebensraum

Auf ehemaligen Ackerflächen wurde der Oberboden abgetragen. Anschließend wurde Mähgut der Garchinger Heide aufgetragen und die Finger-Küchenschelle, die nun hier gedeiht, angesät. Foto: Peter Poschlod.
Lebensraum

Auf den kiesigen, nährstoffarmen Böden der Münchner Schotterebene entwickelte sich eine charakteristische Heidelandschaft mit typischen Vertretern der Halbtrockenrasen. Hierzu gehört auch das letzte Vorkommen der Finger-Küchenschelle in Deutschland. Wie auch andere Arten der Halbtrockenrasen bevorzugt sie lichte Stellen im Pflanzenbewuchs und reagiert empfindlich auf höherwüchsige, beschattende Pflanzen, vor allem einwandernde Sträucher und Gehölze. In den offenen Bereichen der Garchinger Heide versucht man diese Konkurrenzpflanzen durch Schafbeweidung bzw. einmal jährlich stattfindende Mahd möglichst klein zu halten. Die Verringerung der Streuauflage und die Schaffung offener Bodenstellen durch diese Pflegemaßnahmen fördern die Keimung der Samen und führen so zur Verjüngung des Bestandes.

Literatur

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