Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Zauneidechse

Die Zauneidechse ist nutzungsbedingt vor allem durch Land- und Forstwirtschaft beeinträchtigt. Um dies zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Verwendung von Balkenmähern
  • Schnitthöhe von mind. 15 cm während der Aktivitätsphase der Zauneidechse (Anfang/Mitte März bis Mitte Oktober)
  • Säume und Böschungen als Restflächen stehen lassen, wenn möglich nur im Winter mähen, als Alternative hochsommerliche Mahd wechselnder Abschnitte (besonders, wenn die Wüchsigkeit des Standortes ein zusätzliches sommerliches Mähen erfordert)
  • Entlang reich gegliederter Feldraine keine Befestigung von Sandwegen durch Fremdmaterial
  • Beweidung durch Schafe, möglichst angepasst an die Bedürfnisse der Art
  • Säume stehen lassen (Nutzung nur im Winter). Die Beweidungsform (Hüteschäferei oder Koppelhaltung, möglichst angepasst an die Bedürfnisse der Art) ist nebensächlich, solange ausreichend Säume stehen bleiben.
  • Mahd generell von innen nach außen oder von einer Seite zur anderen, um den Tieren einen Fluchtweg zu ermöglichen

Forstwirtschaft

  • Kleinräumige Kahlschläge (< 0,5 ha) fördern bzw. möglichst lange erhalten
  • Keine Wiederaufforstung von Offenland
  • Sicherung/Erhalt ausreichend breiter (10-20 m), gut besonnter (Wald-)Säume (wie Brandschutzschneisen, Säume an Forstwegen, Waldränder) als Verbreitungs-/Vernetzungselemente
  • Keine Befestigung von Sandwegen durch Fremdmaterial
  • Lichte Waldstrukturen fördern, durch:
    • Pflanzung bodenständiger Lichtholzarten (Kiefer, Eiche)
    • Verhinderung der Unterpflanzung mit Schattbaumarten (insbesondere Douglasie/Buche) und möglichst Naturverjüngung dieser Baumarten unterbinden ( www.lwf.bayern.de, PDF)

Allgemein gilt für bewirtschaftete Flächen

  • Nur Nutzung, die an die Bedürfnisse der Zauneidechse angepasst ist
  • Kein Grünlandumbruch
  • Keine Stickstoff-Düngung
  • Erhalt/Entwicklung von Hecken und (Klein-)Strukturen (z.B. Lesestein- und Knüppelholzhaufen)
  • Kein Einsatz von Forstmulchern, wenn nötig, dann nur kleinflächig und Abschnittsweise
  • Erhalt/Anlage von Eiablageplätzen (kein Abschleppen von Grünland)
  • Keine Beschattung der Eiablageplätze (z.B. durch Schnittgut)
  • Kein Schnittgut oder Schreddermaterial auf Böschungen, Rohbodenflächen oder Lesesteinhaufen aufbringen, wenn Schnittgut auf der Fläche bleiben muss, dann Haufenweise im gemähten Bereich

Sonstige Maßnahmen

  • Erhalt und Pflege alter aufgelassener Steinbrüche, Sand- und Kiesgruben durch stellenweise Auslichtung aufkommenden Busch- und Baumbewuchses
  • Anpassung von Rekultivierungsplänen für Bodenabbauten auf die Bedürfnisse der Zauneidechse
  • Erhalt und Pflege von Bahndämmen auf stillgelegten Strecken
  • An die Bedürfnisse der Zauneidechse angepasste Pflege öffentlicher Anlagen wie Parks und Friedhöfe
  • Erhalt von Hecken und Säumen bei der Flurbereinigung
  • Möglichst keine Umsetzung von Komposthaufen zwischen Anfang Juni und Ende September um eventuelle Eiablageplätze nicht zu zerstören
  • Keine Erschließung von Trockenstandorten durch Wege oder Freizeiteinrichtungen.
  • Berücksichtigung der Lebensraumansprüche, insbesondere der Kerngebiete/Schlüssellebensräume (Winterquartier, Brutplatz) bei der Pflege von Heidegebieten

Merkmale