Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Wolfes

Der Wolf ist sehr anpassungsfähig, auch in stark durch den Menschen geprägten Kulturlandschaften. Nur im Umfeld aktuell genutzter Wurfhöhlen ist die Art besonders störungsempfindlich. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Forstwirtschaft

  • Keine forstlichen Aktivitäten im Bereich der Rückzugs- und Fortpflanzungsstätten von April bis Ende Juli (Zeit der Jungenaufzucht)
    (Die zu schonenden Räume weisen eine hohe Dynamik auf, Fortpflanzungsstätten werden sowohl von Jahr zu Jahr als auch innerhalb eines Jahres gewechselt, daher müssen keine dauerhaften Tabuzonen eingerichtet werden)
  • Bei forstlichen Tätigkeiten ist ein Mindestabstand von 500 m zu aktuell genutzten Fortpflanzungsstätten einzuhalten
  • Keine Vergabe von Holzlesescheinen (Selbstwerber) in Wolfsgebieten oder zeitliche Beschränkung derselben auf Zeiträume außerhalb der Aufzuchtzeit

Allgemein gilt

  • Vermeidung von Störungen im Umfeld aktuell genutzter Wurfhöhlen

Sonstige Maßnahmen

  • Öffentlichkeitsarbeit um das teilweise immer noch negative Image der Art bei der Bevölkerung durch Aufklärung zu verbessern
  • Schadensprävention (Koppel, Zäune, Herdenschutzhunde: weniger Risse führen zu mehr Akzeptanz und somit zu weniger illegalen Abschüssen), Entschädigungszahlungen bei Haustierrissen (vgl. Reinhardt et al. 2012)
  • Verstärkte Bemühungen zur Wiedervernetzung von durch Straßen- und Schienenwege voneinander isolierten Landschaftsräumen durch Bau von Grünbrücken und -durchlässen
  • Maßnahmen zur Vermeidung/ Verringerung von Verkehrsunfällen mit Wölfen

Merkmale

 Merkmale Wolf

Literatur

 Literatur