Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Wasserfalle

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen der Wasserfalle entstehen indirekt durch Nährstoffeinträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung in der Umgebung von Wuchsorten. Um Beeinträchtigungen durch die Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Umstellung der Landwirtschaft von konventionellem zu ökologischem Landbau im Umfeld der (ehemaligen) Vorkommen der Wasserfalle
  • Vermeidung von Nährstoffeinträgen in potentiell geeignete Gewässer

Forstwirtschaft

  • Forstliche Nutzung von Waldbeständen in unmittelbarer Umgebung zu den (ehemals) besiedelten Gewässern sollte weiterhin unterbleiben

Allgemein gilt für bewirtschaftete Flächen

  • Die (landwirtschaftliche) Extensivierung (Verzicht auf den Einsatz von Düngemitteln) der Nutzung im Einzugsbereich der Gewässer ist anzustreben
  • Das gesamte Stillgewässer und seine Umgebung müssen in die Schutzbemühungen einbezogen werden

Sonstige Maßnahmen

  • Mit Naturschutzbehörden abgestimmte Pflegemaßnahmen; z.B. Traufauflichtung im Uferbereich um die Beschattung der Gewässer zu verringern
  • Weitere konsequente Nachsuche an und im Umfeld der letzten beiden nachgewiesenen Vorkommen (inklusive Nachsuche nach Überwinterungsknospen in Schlenken mit Kleinwasserschlauchgesellschaften)
  • Falls Vorkommen gefunden werden: Anlage von Erhaltungskulturen der deutschen Vorkommen in botanischen Gärten
  • Schaffung optimaler Bedingungen für potenzielle Wiederansiedlung. Positives Beispiel: die Umstellung auf ökologischen Landbau im Umfeld ehemaligen Vorkommens am Parsteiner See ist bereits auf großen Flächen erfolgt
  • Gegebenenfalls Neuansiedlung von Populationen im Bereich ehemaliger Vorkommen mit Material aus den letzten Populationen in Polen [Langzeitstudien zu erfolgreichen Neuansiedlungen mit aus der Region gewonnenem Material gibt es aus Tschechien (Adamec 2005, 1999)]

Merkmale