Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Sumpf-Siegwurz

Die Art wurde in der Vergangenheit durch extensive Wiesennutzung und Streunutzung gefördert. Diese Form der Nutzung verschwindet allerdings aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr. Um Beeinträchtigungen der Sumpf-Siegwurz durch die heutige Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Einschürige Mahd ab Mitte August in warmen Tieflagen und ab Ende August in montanen Lagen bis 15. September (nicht später, um nicht ungewollt das Pfeifengras allzu sehr zu fördern); der günstigste Schnittzeitpunkt liegt unmittelbar nach dem Umfärben der Triebe und Aufplatzen der Fruchtstände der Sumpf-Siegwurz und vor Beginn des Umfärbens des Pfeifengrases
  • Um Bodenverwundungen zu erzeugen und möglichst viel Streu zu entfernen (schafft Keimnischen) sollte der Schwader möglichst tief eingestellt werden
  • Zu Pufferzwecken sollte in direkt angrenzenden Flächen die Düngergabe reduziert werden
  • Flächenerweiterung durch düngungsfreie Bewirtschaftung umliegender Wiesen; Mahdregime der wiederhergestellten Flächen bereits frühzeitig im mageren Glatthaferwiesen-Stadium auf einschürige Mahd umstellen, damit die Sumpf-Siegwurz erfolgreich einwandern kann
  • Einführung von extensiver Beweidung zur Schaffung von Lücken in der Pflanzendecke nur in den mechanisch schwer zu pflegenden Bereichen, in lichten Wäldern und an steilen Hängen (einzelfallabhängig bewerten); in den ebenen Schotterheiden an Lech und Isar ist Mahd stets der Beweidung vorzuziehen, eine Nachbeweidung vor allem im Winterhalbjahr ist jedoch wünschenswert

Sonstige Maßnahmen

An den Moorstandorten ist die Sumpf-Siegwurz heute in stärkerem Maße von Pflegeeingriffen abhängig als früher, da es durch Veränderungen im Wasserhaushalt und durch Nährstoffeinträge aus der Luft oder der Landwirtschaft zu einer verstärkten Einwanderung von Gebüschen und Bäumen kommt. Weiterhin gilt:


  • Die Flächen vor Bebauung und Kiesentnahme schützen
  • Erweiterung besiedelbarer Flächen durch Oberbodenabtrag und Mähgutübertragung (Sumpf-Siegwurz zeigt gute Besiedlungsfähigkeit)