Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Sumpf-Glanzkrauts

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Sumpf-Glanzkrauts gehen vor allem von der Landwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch die Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Keine Entwässerungsmaßnahmen zur leichteren Bewirtschaftung der Lebensräume des Sumpf-Glanzkrauts
  • Nährstoffeinträge von benachbarten Nutzflächen unbedingt vermeiden und gegebenenfalls abstellen (Einrichtung wirksamer Pufferzonen, Extensivierung der Wirtschaftsflächen)
  • An Wuchsorten mit nutzungsabhängigen Pflanzengemeinschaften im Binnenland regelmäßige, möglichst jährliche Streumahd ab Ende (nicht vor Mitte) September, Schnittgut abtransportieren. Ein kurzwüchsiger Pflanzenbewuchs im Winter ist für das Glanzkraut förderlich
  • Bodenschonendes Gerät verwenden (Gefahr der Bodenverdichtung, Querrillen), jedoch scharfes Schwadern zur Schaffung von Keimlücken in der meist geschlossenen Moosschicht von Vorteil
  • Im Falle von vorhandenen Moorweiden: Koppelstandweide als Verfahren nur in Großweideflächen praktizieren, ansonsten Umtriebsweideverfahren bevorzugen (in Zwischenmooren scheidet Beweidung als Erhaltungsmaßnahme von vorneherein aus)

Sonstige Maßnahmen

  • Bei Frühjahrsmahd zur Schilfbekämpfung (im Mai/Juni) den Schnitt 10-15 cm hoch einstellen, um die Pflanzen zu schonen (Anmerkung: Eine mögliche Beeinträchtigung von Bodenbrütern durch die Mahd sollte einzelfallabhängig geprüft werden)
  • Keine Entwässerungs- und Regulierungsmaßnahmen des Wasserhaushalts im gesamten hydrologischen Einzugsgebiet und hydrologisches Einzugsgebiet großräumig schützen
  • Naturnahe Durchströmungsverhältnisse müssen erhalten bzw. wiederhergestellt werden
  • Gegebenenfalls erwünschte Wasserstandsanhebungen sehr langsam und behutsam durchführen (wenige Zentimeter pro Jahr) – keine Überstauung!
  • In Norddeutschland natürliche Küstendynamik mit Wassereinbrüchen bei Sturmfluten bis in die Dünentäler nicht unterbinden
  • Bei nährstoffreichen und schilfreichen Standorten jährlich mähen (Biomasseentzug)
  • Für jeden Wuchsort individuellen Pflegeplan erstellen