Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Springfrosches

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Springfrosches gehen sowohl von Land- wie Forstwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Förderung großflächiger und/oder nur mit geringer Besatzdichte betriebener Beweidungssysteme (möglichst ohne Düngung und Einsatz von chemischen Spritzmitteln) in den Landlebensräumen des Springfrosches anstelle von Mahd
  • Bei Wiesenmahd ist eine Schnitthöhe von mind. 10 cm einzuhalten; Mahd mit Balkenmähern
  • Keine Anwendung von Kunstdünger und Spritzmitteln im Landlebensraum bzw. in der Aktivitätsperiode des Springfrosches
  • Erhaltung und Pflege nährstoffbelasteter Kleingewässer (Entschlammung)
  • Einrichtung von Pufferzonen von mind. 20 m um Gewässer; regelmäßige Mahd im Winter, um ausreichende Belichtung des Gewässers zu gewährleisten; keine Düngung, keine Pestizide, keine Bodenbearbeitung im Bereich der Pufferzone
  • Kein Mulchen von Säumen und Rainen im Hochsommer und Herbst

Forstwirtschaft

  • Erhaltung und Förderung naturnaher, lichter Laub-/Laub-Mischwälder mit ausgeprägter Krautschicht (auch Förderung von Saumelementen)
  • Keine Ablagerung von Restholz (Kronenschnitt, Rinde) in Stillgewässern (v.a. beim Einsatz von schweren Erntemaschinen)
  • Keine Aufforstung bis an den Gewässerrand
  • Zurücknahme bestehender Aufforstungen oder schattenwerfender Einzelbäume im Südosten, Süden oder Südwesten des Gewässerrandes
  • Erhaltung, Pflege (Entschlammung) bzw. Schaffung von besonnten Flachgewässern im Wald. Diese dürfen in unregelmäßigen Abständen austrocknen (Fischfreiheit)
  • Kein Mulchen der Banketten von Waldwegen im Hochsommer und Herbst

Fischereiwirtschaft

  • Kein Fischbesatz in Laichgewässern
  • Erhaltung bzw. Schaffung von vielfältigen Gewässerstrukturen

Sonstige Maßnahmen

  • Auen- und Wasserstandsdynamik wiederherstellen; neben der Schaffung von Überflutungsräumen ist oft auch die Wiederherstellung eines natürlichen Auenreliefs notwendig, da Senken, in denen das Wasser nach Rückgang des Hochwassers stehen bleiben konnte, häufig beseitigt wurden bzw. werden
  • Anlage geeigneter Gewässerkomplexe in Waldrandlage (Entfernung < 200 m)
  • Schaffung von Wanderkorridoren zur besseren Vernetzung der Vorkommen (Feldweg + Saum + Graben + Hecke = optimale Kombination)
  • Keine Grabenfräsen, nur abschnittsweise räumen
  • Gewässer bei Bedarf freistellen
  • Schutzanlagen und Querungshilfen an Straßen

Verbreitung