Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Sommer-Drehwurz

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen der Sommer-Drehwurz gehen vor allem von der Landwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Einrichtung von Pufferzonen in der Umgebung der Wuchsorte durch Extensivierung angrenzender Nutzflächen (Stabilisierung des Wasserhaushalts der Lebensräume und Vermeidung von Nährstoffeinträgen)
  • Reliefschäden des Lebensraumes vermeiden und Mahd nur mit Gerät mit geringer Bodenaufdrucklast vornehmen. In sehr nassen Jahren sollte die Mahd zur Schonung des Moorreliefs ausgesetzt werden. Kleine Hangquellmoore sollten mit doppelbereiften Handbalkenmähern oder nur mit der Motorsense gemäht werden
  • Einschürige Mahd nach der Fruchtreife um dichte Kopfried-Bestände zu bekämpfen (mit breit bereiftem Balkenmäher oder breit terra-bereiften leichten Traktoren). In kollinen Lagen (Seehöhe < 550 m ü. NN) regelmäßige Mahd ab 1. August, in submontanen und montanen Lagen (ab 550 m ü. NN) ab 15. August. Kommen weitere artenschutzbedeutsame Arten, wie z.B. Liparis loeselii (Sumpf-Glanzkraut), im Lebensraum vor, sollte die Mahd in die Herbstmonate verlegt werden
  • Gelegentlich kann eine Mahd auch zur Blütezeit erfolgen (ca. alle 4 bis 5 Jahre), da dadurch die vegetative Vermehrung angeregt wird. Diese sollte nur in Streifen erfolgen (Breite eines Messerbalkens) und nicht den gesamten Wuchsort umfassen
  • Brachestadien (auch nur kurzfristig) vermeiden und das Einwandern von Bäumen und Sträuchern (Sukzession) verhindern
  • Keine Koppelstandweide oder zu hohe Weide-Besatzdichte. Wenn Beweidung, dann kurze Weidezeit. Mahd als Pflegemaßnahme ist aber immer einer Beweidung vorzuziehen. Die Eignung von Beweidung sollte einzelfallabhängig geprüft werden und sollte immer durch ein Monitoring begleitet werden

Sonstige Maßnahmen

  • Schutz der Lebensräume und des gesamten hydrologischen Einzugsgebiets (z.B. durch vorsichtiges Wieder-Anheben des Grundwasserspiegels, Verzicht auf Grabenräumungen)
  • Hydrologische Sanierung der Wuchsorte
  • Gegebenenfalls austreibendes Schilf im Frühjahr (Mai/Juni) durch Handmahd (Schnitthöhe 10 cm) im Wuchsbereich der Sommer-Drehwurz entfernen (nur in sehr kleinen, individuenarmen Wuchsorten praktikabel)
  • Jährliche Bestandszählung der b