Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Sibirischen Winterlibelle

Da die Hauptgefährdungsursachen durch die Landnutzung der Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer und die Veränderung der Landlebensräume sind, stehen entsprechende Maßnahmen im Vordergrund.

Landwirtschaft

  • Unterbindung direkter und indirekter Nährstoffeinträge insbesondere durch Einrichtung von ausreichend breiten Pufferzonen im Einzugsgebiet der Gewässer; diese Pufferzonen sollten als Grünland ohne Düngung oder mit maximal am Nährstoffentzug orientierter Düngung genutzt werden
  • Erhalt der natürlichen, kleinräumigen Oberflächengliederung und damit der Fortpflanzungsgewässer (Schlenken) in Gebieten mit Vorkommen der Art
  • Erhalt bzw. Förderung der traditionellen Streuwiesennutzung an den Fortpflanzungsgewässern und in der weiteren Umgebung (einschürige Mahd mit Abräumen des Mähguts nach dem 20. August, keine Düngung), dabei sollten jährlich wechselnde Saumbereiche von Gehölzen ausgespart werden
  • Eine extensive Beweidung mit einer Viehdichte von max. 0,5 GVE/ha dürfte ebenfalls die Art fördern
  • Erhalt bzw. Anlage kleinklimatisch begünstigter Säume und Gebüsche für die Überwinterung der Imagines im näheren bis weiteren Umfeld der Fortpflanzungsgewässer
  • Rückbau von Entwässerungseinrichtungen
  • Insektizide vernichten zum einen die Tiere der Sibirischen Winterlibelle direkt, zum anderen wird ihnen die Nahrungsgrundlage durch Abtöten der Beute entzogen. Der Einsatz von Insektiziden an den Fortpflanzungsgewässern sowie in deren Umgebung muss daher unterbleiben

Fischereiwirtschaft

  • Verzicht auf Fischbesatz für alle Fortpflanzungsgewässer der Art