Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Allgemeine Maßnahmen

  • Eine Abnahme der Nahrungsfisch-Bestände durch Überfischung, insbesondere von Hering und evtl. Lachs und Kabeljau, kann sich negativ auf Bestandsentwicklung und Vorkommen des Schwertwals auswirken. In diesem Fall sollte der Fischereidruck auf die Nahrungsarten, z.B. durch eine Beschränkung der Gesamtfangmengen reduziert werden.

Militärische und seismologische Aktivitäten

  • Um eine Gehörschädigung durch den Einsatz von Unterwasser-Sonaren oder ‚Airguns‘ zu vermeiden, sollten geübte Beobachter an Bord von Fahrzeugen eingesetzt werden und die Nutzung der Sonare bzw. ‚Airguns‘ sowie die Unterwasserdetonation von Kampfmitteln bei der Anwesenheit von Walen oder Delfinen sofort eingestellt werden.
  • Um Störungen zu vermeiden, sollten Verbreitungsschwerpunkte allgemein als Manövergebiete und für seismologische Erkundungen von geologischen Lagerstätten gemieden werden.

Industrielle Aktivitäten

  • Stationärer Lärmeintrag in den Wasserkörper durch industrielle Aktivitäten wie Rammen (z.B. von Fundamenten oder Spundwänden), Schürfen (z.B. bei der Kiesgewinnung), Explosionen (z.B. bei dem Rückbau von industriellen Einrichtungen) usw. sollten durch lärmdämmende Maßnahmen, wie z.B. die Verwendung eines Blasenschleiers, auf ein ungefährliches Niveau reduziert werden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie verlangt die Einhaltung des Grenzwertes von 160 dB SEL in 750 m Entfernung zur Emissionsstelle für Lärmemissionen, insbesondere bei Rammarbeiten.
  • Des Weiteren sollten potenziell schädigende Aktivitäten, ebenso wie mobile Lärmeinträge (z.B. Motorbootrennen) zeitlich und räumlich begrenzt werden und möglichst nicht in der besonders sensiblen Fortpflanzungszeit (April bis September) stattzufinden.
  • Mobile Fahrzeuge bergen ein Kollisionsrisiko, welches mit zunehmender Geschwindigkeit wächst (z.B. bei Schnellfähren). Daher sollte die maximale Geschwindigkeit in Verbreitungsschwerpunkten, z.B. in norwegischen und schottischen Gewässern, auf höchstens 10-16 Knoten begrenzt sein. Des Weiteren sollten alle Fahrzeuge prinzipiell einen Mindestabstand von 100 m zu Schwertwalen einhalten und die Tiere nicht verfolgen.
  • Einträge von langlebigen Giften, wie z.B. halogenierten Kohlenwasserstoffen oder Schwermetallen, sind in jedem Fall völlig zu vermeiden.

Behördliche Aktivitäten

  • Munitionsräumungen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sollten aus den oben genannten Gründen ebenfalls vorzugsweise ohne Detonation erfolgen, z.B. durch Bergung und Entsorgung an Land.

Verbreitung

Literatur

 Literatur