Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Schwarzen Apollos

Die Erhaltungsmaßnahmen für den Schwarzen Apollo müssen im Wesentlichen darauf abzielen, im Raupenlebensraum eine gute Besonnung zu erhalten, zu optimieren oder neu zu schaffen. Wie viele andere gefährdete Arten benötigt der Schwarze Apollo lichte Wald- und Baumbestände, in denen auch der Boden die meiste Zeit besonnt ist. Solche Bedingungen werden in der Regel durch die moderne Forstwirtschaft mit der Nutzung als Dauerhochwald verhindert. Daneben muss ausreichend Nahrung für die Falter durch Nektarpflanzen in der Nachbarschaft der Raupenlebensräume vorhanden sein.

Landwirtschaft

  • Nutzung von waldnahen Wiesen am besten als Heuwiese, 1 oder 2-schürig mit der 1. Mahd frühestens ab ca. 20. Juni, dabei Erhaltung von Saumstreifen
  • Keine oder nur sehr schwache Düngung der Wiesen
  • Erhaltung der Wiesen, kein Umbruch zu Ackerland (z.B. für den Energiepflanzenanbau)
  • Beachtung der Lebensräume bei der Bewirtschaftung: Sie sind kein ungenutztes Land, das als Lagerplatz dienen kann
  • Erhaltung hochstaudenreicher Säume und Brachen, dort keine regelmäßige Mahd oder Entwicklung von Wiesen, da dadurch die Funktion als Raupenlebensraum verloren geht
  • Räumung von alten Hecken und bewaldeten Grünlandbrachen. Bis die Beschattung zu stark wird oder eine geschlossene Grasnarbe durch die Mahd entsteht erfolgt eine gute Nutzung als Raupenlebensraum (Erfahrungen aus der Rhön)
  • Zur Beweidung liegen aus Lebensräumen des Schwarzen Apollos keine Erfahrungen vor. Es gibt aber Erfahrungen mit einer Ziegenkoppel (Stadt Bamberg), die erfolgreich Gehölzaufwuchs kontrolliert und einen Lerchenspornbestand erhält (Forschungsbedarf, inwieweit eine Anwendung in einzelnen Fällen sinnvoll ist)

Forstwirtschaft

  • Auflichtung und Offenhaltung von Waldträufen (Waldränder) und Saumstreifen. Die Einzelfläche kann dabei sehr klein sein, sie muss aber in einem sehr guten Verbund mit anderen Teilflächen stehen. Die Tiefe des Waldtraufes sollte 30 m betragen, schon ab 20 m Länge kann der Abschnitt genutzt werden, es sollten jedoch deutlich längere Abschnitte angestrebt werden
  • Erhaltung und Förderung von Lichtungen und Waldwiesen
  • Deutliche Auflichtung von Waldbeständen mit Lerchensporn im Flugbereich des Schwarzen Apollos
  • Kahlschläge ab 0,3 ha können in geeigneten Bereichen gute Lebensräume bilden. Ihre Pflanzendecke sollte der natürlichen Entwicklung und Veränderung überlassen werden und keine Bepflanzung erfolgen. Die Entwicklung von Schlagfluren ist für den Schwarzen Apollo bereits negativ
  • Im späteren Verlauf der Entwicklung und Veränderung der Pflanzendecke entsteht auf Lichtungen und anderen Freiflächen eine für den Schwarzen Apollo zu starke Beschattung. Dann müssen entweder andere, benachbarte Flächen bereits in einen optimalen Zustand versetzt sein oder erneute Auflichtungen auf der Fläche erfolgen
  • Schaffung und Erhaltung sehr lichter Schluchtwälder mit Vorkommen des Lerchensporns. Das genaue Ausmaß der notwendigen Lichtigkeit ist nicht bekannt. Erste Annahmen gehen von einer maximalen Deckung der Baumschicht von 30 % aus
  • Entfernung von Nadelholzbeständen in Lebensräumen und deren Umgebung. Keine neuen Pflanzungen von Nadelholz
  • Schaffung von nicht oder nur sporadisch genutzten Saumstreifen im Übergang Wald – Wiese. Saum- und Brachestreifen mit Lerchensporn können als Raupenlebensraum dienen, aufkommender Gehölzaufwuchs, der einen Waldmantel bildet, ist kontraproduktiv
  • Beachtung der Lebensräume bei der Bewirtschaftung: Sie sind kein ungenutztes Land, das als Lagerplatz dienen kann
  • Allgemein