Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Schierlings-Wasserfenchel

Beeinträchtigungen des Schierlings-Wasserfenchels gehen vor allem von den Bau- und Flussvertiefungsmaßnahmen aus und nicht von Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Um Beeinträchtigungen zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Sonstige Maßnahmen

Renaturierungsmaßnahmen (siehe auch: Neubecker 2010)

  • Erfolgreiche Ansiedlungsversuche an künstlichen Prielanlagen (z.B. Priel „Overhaken“): hohe Erfolgschancen auf Schlick/Klei an flachen Ufern (5-11°) mit geringer Wind- und Wellenexposition und in einer Höhenlage von 75 cm bis 50 cm unter mittlerem Tidehochwasser für Ansaaten bzw. von 50 cm bis 25 cm bei Pflanzungen.
  • Ansiedlungsversuche an Naturstandorten stellen hohe Anforderungen an Boden, Zeitpunkt der Ansiedlung und Größe der Pflanzen, die Ansiedlungszone sollte nur teilweise mit krautigen Pflanzen bewachsen sein, wie z.B. im Schattbereich von Baumweiden (Standorthöhe 90 bis 20 cm unter dem mittleren Tidehochwasser optimal)
  • Installation von Trittsteinen (Renaturierung) an verbauten Hafenufern wird empfohlen
  • Erhaltungskulturen in Botanischen Gärten sollten angelegt werden, sind jedoch problematisch in der Realisierung
  • Samen sollten in einer Genbank hinterlegt werden
  • Vermeidung von weiteren Bau- und Flussvertiefungsmaßnahmen im Elbbereich – diese bedrohen den Lebensraum der Art
  • Erhaltung der noch vorhandenen tidebeeinflussten Standorte mit natürlicher Dynamik der Elbufer
  • Vorkommen des Schierlings-Wasserfenchels und potenziell günstige Standorte sollten vor Baumaßnahmen geschützt werden