Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Scheidenblütgrases

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Scheidenblütgrases gehen vor allem von der Fischereiwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch die Bewirtschaftung zu verhindern, wird die Erhaltung geeigneter Standortverhältnisse mit temporären Überflutungen empfohlen.

Fischereiwirtschaft

  • Fortführung oder Wiederherstellung der traditionellen Teichwirtschaft mit gelegentlicher Sömmerung
  • Falls notwendig, sind gelegentliche Entschlammungsmaßnahmen zur Vermeidung der Verlandung der Weiher durchzuführen
  • Bei Entschlammungsmaßnahmen ist Vorsicht geboten, da ein Großteil der Samen in tiefen Schlammschichten überleben kann

Sonstige Maßnahmen

  • Rückbau wasserbaulicher Maßnahmen im Bereich der Elbe, insbesondere Schaffung natürlicher Flussufer
  • Rückbau von flussnahen Deichen in Bereichen, in denen Retentionsräume bestehen
  • An bestehenden Vorkommen Aufwuchs zu Röhrichten und Weidengebüschen vermeiden (alternativ natürliche Flussdynamik zulassen)
  • Neuansiedlung an potenziell geeigneten Standorten und Erhaltung der Art in Erhaltungskultur und Genbank (da limitiertes Vorkommen der Art)
  • Kontinuierliche und jährliche Überwachung der Vorkommen
  • Periodische Überflutungen sichern
  • Wässerung sollte erst nach 50 Tagen beginnen (Scheidenblütgras benötigt 45 Tage bis zur Samenproduktion und 50 Tage bis zur Ausbreitung durch Wind, Wasser und Vögel)