Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Östlichen Smaragdeidechse

Die Östliche Smaragdeidechse ist aufgrund ihrer Verbreitung vor allem durch Maßnahmen der Forstwirtschaft (in Brandenburg) und Bau von Verkehrswegen (Anlage und Pflege) betroffen. Um Beeinträchtigungen zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:
(BB = nur Brandenburg, BY = nur Bayern)

Landwirtschaft (BY)

  • Erhalt und Neuanlage von Lesesteinhaufen, keine gezielte Beseitigung oder Verkippung durch Pflanzenmaterial (Schnittgut).
  • Verhinderung der flächigen Verbuschung von Brachflächen, eine geringe Verbuschung (z.B. bei Beweidung mit geringer Dichte) ist aber förderlich.
  • Nur an die Bedürfnisse der Art angepasste landwirtschaftliche Nutzung (siehe Ökologie & Lebenszyklus), auf Teilflächen zeitlich befristet Brachen zulassen.
  • Keine zusätzliche Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) in den Lebensräumen durch z.B. übermäßige Düngung.
  • Wenn Mahd erforderlich, sollte nur mit Freischneider oder Balkenmähern gearbeitet werden.
  • Bei Beweidung ist der Erhalt von Lebensraumelementen und Grenzbereichen wichtig, Säume sollten erhalten werden.
  • Empfohlen werden kann die Beweidung mit Ziegen zur besseren Offenhaltung der Flächen.
  • Bei Beweidung ist die Entbuschung durch Feuer außerhalb der Jahresaktivität der Östlichen Smaragdeidechse möglich, führt aber in vielen Fällen zur Vernichtung großer Teile der Tierwelt im Einzugsbereich der Flammen.

Forstwirtschaft

  • Erhalt oder Schaffung kleinräumiger Lichtungen oder Waldwiesen (< 0,5 ha) in nicht allzu großer Entfernung voneinander als Trittsteinlebensräume fördern und durch Pflege offen halten.
  • Erhaltung und Entwicklung reich gegliederter, besonnter Säume an Waldrändern im Übergang zum Offenland mit Strauchschicht und angrenzender Gras- und Krautschicht sowie eingestreuten unbewachsenen Erd- oder Sandbereichen und Kleinstrukturen wie Totholz- und Steinhaufen.
  • Die Niederwaldnutzung ist günstig, um im Verbreitungsgebiet der Östlichen Smaragdeidechse halboffene Lebensräume zu fördern (BY)
  • Keine Wiederaufforstung von Offenland (Brachen) im Einzugsbereich von Vorkommen der Östlichen Smaragdeidechse.
  • Förderung von lichten Laub-Mischwäldern (BY)

Sonstige Maßnahmen

  • Soweit bauliche Eingriffe in die Lebensräume dieser besonders geschützten Art überhaupt zulässig sind, sollten diese im Frühling (April oder Mai nach Beendigung der Winterruhe) oder im Herbst (September - nach Schlupf der Jungtiere aber vor der Winterruhe) durchgeführt werden. Im Winter besteht die Gefahr der Tötung überwinternder Tiere; im Sommer könnten Gelege zerstört werden.
  • Die Durchführung von Aufschotterungen (Anlage von Blockschutthalden) ist günstiger Weise im Winter durchzuführen. Es ist zu beachten, dass keine (Winter-)Verstecke verschüttet werden.
  • Erhalt/Entwicklung von Hecken und (Klein-)Strukturen auf Flächen, die arm an Lebensraumelementen sind.
  • Kein Schnittgut oder Schreddermaterial auf Böschungen, Rohbodenflächen oder Legesteinhaufen aufbringen, wenn Schnittgut auf der Fläche bleiben muss, dann Haufenweise im gemähten Bereich. Insbesondere keine Beschattung der Eiablageplätze (z.B. durch Aufbringen von Schnittgut)
  • Säume und Böschungen als Restflächen stehen lassen, wenn möglich nur im Winter mähen, als Alternative hochsommerliche Mahd wechselnder Abschnitte (besonders, wenn die Wüchsigkeit des Standortes ein zusätzliches sommerliches Mähen erfordert).
  • Generelle Offenhaltung der Lebensräume der Östlichen Smaragdeidechse z.B. Erhaltung und Pflege der offenen Eigenart von Bahndämmen, auch von stillgelegten Strecken, Wegrändern, Erhalt von Heidelebensräumen, Feuerschutzschneisen, Waldsäumen, etc.
  • Keine Erschließung von Trockenstandorten durch Wege oder Freizeiteinrichtungen.