Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Östlichen Moosjungfer

Da eine der Hauptgefährdungsursachen durch die Landnutzung der Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer ist, stehen Maßnahmen zur Verringerung der Nährstoffzufuhr im Vordergrund.

Landwirtschaft

  • Verhinderung von Nährstoffeinträgen im gesamten Einzugsgebiet der Fortpflanzungsgewässer, da die Östliche Moosjungfer besonders empfindlich auf Veränderungen des Nährstoffhaushaltes ihrer Gewässer reagiert
  • Hierzu Einrichtung von ausreichend breiten Pufferzonen, je nach Größe des Gewässers bzw. Größe und Gliederung des Einzugsgebietes, möglichst im gesamten Einzugsgebiet der Gewässer
  • Zumindest gewässernah ausschließlich forstwirtschaftliche Nutzung dieser Pufferzonen; Verzicht von Ackernutzung und Grünlanddüngung innerhalb der Pufferzone
  • Aufrechterhaltung der Reinluft im Einzugsgebiet (Unterbindung massiver atmosphärischer Nährstoffeinträge durch z.B. Mastbetriebe)
  • Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden an den Fortpflanzungsgewässern und in ihrer Umgebung. Insektizide vernichten zum einen die Tiere der Östlichen Moosjungfer direkt, zum anderen wird ihnen die Nahrungsgrundlage durch Abtöten der Beute entzogen

Forstwirtschaft

  • Verzicht auf Kahlschläge und auf Umwandlung von Wald in landwirtschaftlich genutzte Flächen zumindest im näheren Umfeld der Stillgewässer (bis ca. 100 m), möglichst jedoch im gesamten Einzugsgebiet

Fischereiwirtschaft

  • Verringerung des „Friedfischbestandes“ (v.a. Weißfische, Cypriniden) durch Abfischen
  • Nutzung ausschließlich von sich selbst fortpflanzenden Fischarten in Gewässern mit Vorkommen der Östlichen Moosjungfer
  • Verzicht auf fischereiliche Nutzung kleiner, flacher Gewässer (vgl. Burbach 2003)

Sonstige Maßnahmen

  • Sicherung der Wasserversorgung der Moore, Wiedervernässung der Moore (Schließung von Drainagen), sonstige Maßnahmen zur Moorrestauration
  • Kiesabbau: Entwicklung kleiner, maximal 2 m tiefer Abgrabungsgewässer mit flachen Uferzonen, kein Fischbesatz und keine bzw. stark reglementierte Freizeitnutzung nach Abbauende, um die Entwicklung geeigneter Pflanzenbestände zu ermöglichen (vgl. Burbach 2003)
  • Reglementierung oder Verzicht auf Freizeit- und Erholungsnutzung zum Schutz der geeigneten Pflanzenbestände an Gewässern mit Beständen der Art (vgl. Burbach 2003)