Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Nymphenfledermaus

Da die Gefährdungsursachen der Nymphenfledermaus noch nicht mit Sicherheit abzuschätzen sind, können auch die Handlungsempfehlungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben. Aufgrund der Ökologie der Art lassen sich bestimmte nutzungsbedingte Beeinträchtigungen der Nymphenfledermaus ableiten, die vor allem von der Forstwirtschaft ausgehen. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Erhaltung/Entwicklung von Baumreihen, Einzelbäumen und Randbewuchs, insbesondere entlang von Gewässern als Jagdgebiete

Forstwirtschaft

  • Renaturierung ehemaliger Auwälder, etwa im Rahmen des Hochwasserschutzes und bei der Wiederherstellung von Überschwemmungsflächen in Flussauen
  • Erhaltung/Entwicklung natürlicher und naturnaher Flussläufe mit breiten Gewässerrandstreifen (mehr als 5 m) mit Baum- und Gehölzbewuchs zur Verbesserung des Nahrungsangebotes
  • Erhaltung von Kleingewässern im Wald und in Waldnähe zur Sicherung der Jagdgebiete
  • Wiedervernässung ehemals feuchter Stellen im Wald durch Rückbau bzw. Verschluss von Drainagen und Wiederherstellung von Bachauen und Altwässern (Meschede & Heller 2000) zur Erhöhung des Nahrungsangebotes und zur Erhöhung der Vielfalt an Lebensraumelementen
  • Erhaltung und Förderung alter, feuchter Laubwälder mit Hauptbaumart Eiche (potenzielle Quartierbäume, alte Eichenwälder (Stiel- und Traubeneiche) (> 120 Jahre)) und Einbringung von Laubhölzern
  • Erhaltung/Förderung von Waldbereichen, die aus der Bewirtschaftung ganz herausgenommen werden, zur Verbesserung des Lebensraums der Nymphenfledermaus
  • Erhaltung und Förderung von starkem, stehendem Alt- und Totholz (ab 30 cm BHD vgl. Lučan et. al. (2009)) wie z.B. schlechtwüchsige oder andere Bäume geringer Wertigkeit besonders im Bereich von Gewässern sowie von Au- und Feuchtwäldern zur Verbesserung der Quartiersituation der Nymphenfledermaus (mindestens >10 Bäume pro Hektar bis zum Zerfall stehen lassen)
  • Erhaltung und Vergrößerung des derzeitigen Altholzanteils (> 120 Jahre) im 2 km-Radius um bekannte Wochenstuben

Fischereiwirtschaft

  • Kein Überspannen von Kleingewässern/Fischteichen mit Netzen zur Vermeidung der Gefahrenquelle für die Fledermäuse auf der Jagd
  • Erhaltung/Entwicklung naturnaher Gewässer im Bereich von Wäldern zur Sicherung der Nahrungsgrundlage

Sonstige Maßnahmen

  • Fluss- und Bachläufe mit möglichst beidseitigem, natürlichem Bewuchs (Bäume und andere Gehölze) mit über dem Gewässer überhängenden Ästen fördern bzw. erhalten
  • Berücksichtigung von bestehenden Vorkommen der Nymphenfledermaus beim Straßenbau und sonstigen Infrastrukturmaßnahmen zur Vermeidung von Zerschneidung des Lebensraums und von Verkehrsopfern durch den Bau u. a. von Unterführungen und Grünbrücken