Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Liegenden Büchsenkrauts

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Liegenden Büchsenkrauts gehen vor allem von fehlenden Wasserstandsschwankungen und veränderter Landnutzung aus. Um Beeinträchtigungen durch die Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Einführung alter Landnutzungsformen (z.B. Ackerbau in staunassen Gebieten, Flachsröstgruben, Beweidung von Ufern und Röhrichten, Schweineweiden)
  • Gezielte Aktivierung der langlebigen Bodensamenbank durch Umbruchmaßnahmen bzw. Anlage von Senken und Rinnen in der Aue
  • Bodenverdichtung mit wasserstauenden Maßnahmen (Schaffung von Wechselwasserbedingungen)

Fischereiwirtschaft

  • Aufrechterhaltung bzw. Wiedereinführung traditioneller Weiherbewirtschaftung: Verzicht auf Kalkung und Entschlammung, lange Sömmerung (April bis September)

Sonstige Maßnahmen

  • Rückbau wasserbaulicher Maßnahmen (Staustufen, aber auch Uferverbauungen)
  • Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts
  • Entschlammungsmaßnahmen in (nicht schiffbaren) Fließgewässern auf das absolut notwendige Maß beschränken, alternativ vermehrt Rückzugsraum schaffen
  • Bei Entschlammungsmaßnahmen im Bereich aktueller Vorkommen Überprüfung der Bodensamenbank
  • Bei Vorhandensein keimfähiger Samen Erhalt des Schlamms zur Re-Etablierung ausgestorbener Vorkommen oder Neubesiedlung an historisch alten oder potenziell geeigneten Standorten
  • Schaffung von Flachufern und Seigen in der Flussaue
  • Abschieben des Oberbodens