Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Kriechenden Selleries

Die Art kann insbesondere durch den Schutz bestehender Wuchsorte und der dort herrschenden Störungs- und Feuchtigkeitsverhältnissen erhalten werden.

Landwirtschaft

  • Ideal ist eine Beweidung der Standorte, die Störstellen und Lücken im Pflanzenbestand schafft; bei ausreichend großen Flächen ist ein Umtriebsweidebetrieb ideal
  • Uferbeweidung zulassen (diese aber nur zeitlich begrenzt und/oder mit beschränkter Besatzdichte, max. 1-2 GVE/ha)
  • Bei Mahd regionale Unterschiede berücksichtigen: im Osten 2-3-schürige Mahd, im Süden eher 3-5-schürige Mahd (letztendlich aber abhängig von Wüchsigkeit, zum Ende der Wachstumsperiode müssen kurzrasige Bereiche vorhanden sein)
  • Tiefe Einstellung des Mähwerkes, um offene Bodenstellen zu schaffen (ein negativer Einfluss auf die Fauna kann hier durch die Kleinräumigkeit der Behandlung in Kauf genommen werden)
  • Düngung möglichst vermeiden

Allgemein gilt

  • Bei neu etablierten Vorkommen kann ein anfänglicher Beweidungsausschluss günstig sein, um eine dauerhafte Etablierung zu gewährleisten
  • Offenhaltung der Flächen und Aufrechterhaltung des bestehenden Störungsregimes
  • An Primärstandorten (Seeufer, Fließgewässer usw.): Erhalt der natürlichen Dynamik
  • An Sekundärstandorten: Schaffung/Erhalt von kurzrasigem Grünland (fördert die klonale Ausbreitung der Art)
  • Bei Vorkommen an Gräben: Aufweitung der Profile der Gräben, naturnähere Gestaltung, periodische Entkrautungsmaßnahmen, ggf. ergänzt durch Mahd im Uferbereich
  • An ehemaligen Standorten: Regeneration von Vorkommen durch Aktivierung der Diasporenbank, z.B. durch gezielte Bodenverwundung

Sonstige Maßnahmen

  • Angemessene Pflege der Ersatzlebensräume (Feuchtweiden, Scherrasen, Trittrasen, Flutrasen)