Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Kleinen Hufeisennase

In Bayern, Thüringen, Österreich, England und der Schweiz wird ein Zusammenhang zwischen dem Überleben der Kleinen Hufeisennase und der Intensität der Landwirtschaft vermutet (Zahn & Weiner 2004). Um Beeinträchtigungen des Lebensraumes durch die Bewirtschaftung zu verhindern oder zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Erhaltung/Entwicklung kleinräumig gegliederter Kulturlandschaften mit Leitelementen zum Jagdgebiet in Form von kleinen Parzellen, breiten blütenreichen Säumen, Brachflächen, Hecken und Feldgehölzen innerhalb eines 4 km Radius um bekannte Quartiere (Meschede & Heller 2000)
  • Erhaltung von Obstbaumgürteln und Streuobstwiesen in Siedlungsnähe als Jagdgebiete und verbindende Landschaftselemente in der Kulturlandschaft
  • Minimierung des Einsatzes von Insektiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft zur Sicherung der Nahrungsgrundlage und zur Erhaltung der Gesundheit der Tiere
  • Erhaltung des Nahrungsangebotes der Kleinen Hufeisennase durch die Verringerung/Vermeidung des Einsatzes von Entwurmungsmitteln in der Weideviehhaltung wie z.B. durch (vgl. Petermann 2011):
    • Verringerung/Verzicht auf den Gebrauch von Entwurmungsmitteln durch Verringerung des Parasitendrucks [u.a. durch Weiderotation, Hygiene (in der Herde, Umgebung und im Viehstall), Parasitenmonitoring, Mähen von Weiden] und durch die Erhaltung der Tiergesundheit (Nutzung natürlicherweise resistenterer Tierrassen, gemischte Herden, niedrige Besatzrate von < 1 GVE/ha)
    • Verzicht auf den Einsatz von Entwurmungsmitteln (Avermectinen) in einem 4 km-Radius um die Wochenstubenquartiere zum Schutz der Jagdgebiete
    • Förderung der Anwendung nicht-chemischer Behandlungsmethoden wie z.B. Kieselalgenerde oder pflanzliche Ergänzungsmittel
    • Sofern kein Verzicht auf Entwurmungsmittel erfolgt: Anwendung gering toxischer Mittel [keine Bolusgaben, d.h. Verzicht auf die Gabe eines einmalig verabreichten Entwurmungsmittels, das über einen Zeitraum von mehreren Monaten kontinuierlich seine Wirkstoffe an das Tier abgibt), Medikamentengabe außerhalb der Insektenhauptflugzeit (keine Behandlung mit Entwurmungsmitteln zwischen 1. März und 31. August), einmonatige Stallhaltung der Tiere nach der Behandlung]

Forstwirtschaft

  • Erhaltung naturnaher Waldgebiete mit Prozessschutz und Unterholz, insbesondere der Laub- und Laubmischwaldbestände innerhalb eines 4 km Radius um bekannte Quartiere (Meschede & Heller 2000)
  • Erhaltung/Entwicklung naturnaher bzw. natürlicher, stufiger Waldränder und Geh