Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Kleefarns

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Kleefarns gehen vor allem von der Aufgabe historischer Nutzungsformen aus, aber auch durch die heutige intensive Landwirtschaft. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • (Wieder-)Einführung traditioneller Nutzungsformen (Schweineweiden in Auen, Weiherwirtschaft mit Sömmerung)
  • Erprobung alternativer Nutzungsformen: Pferde- oder Rinderbeweidung, evtl. auch Wasserbüffelhaltung in offenen Auenbereichen mit hohem Grundwasserstand bzw. mit gelegentlicher Überflutung bei Anschluss an Gewässer
  • Reduktion von Düngergaben in der umgebenden Landwirtschaft bzw. Vergrößerung der Pufferzonen

Allgemein gilt für bewirtschaftete Flächen

  • Eingriffe in den Wasserhaushalt bestehender Vorkommen sind zu vermeiden

Sonstige Maßnahmen

  • Am aktuellen Standort:
    • Aufhalten der Verbuschung (Entbuschung, Freihalten von Ufern durch Pflegemaßnahmen)
    • Zurückdrängen von konkurrierenden Pflanzenarten
    • Geringfügige Störungen durch den Menschen um unbewachsene Schlammflächen als Lebensräume offen zu halten (oder auch neu zu schaffen)
    • Eingriffe ins hydrologische Regime vermeiden
    • Simulation der traditionellen Bewirtschaftung von Weihern durch Pflegemaßnahmen
  • An potenziellen Standorten:
    • Dort, wo ein geeignetes hydrologisches Regime vorhanden bzw. wiederherstellbar ist, könnte vorsichtiges Abschieben (alternativ Pflügen) des Oberbodens im Bereich ehemaliger Vorkommen zur Aktivierung der Sporenbank führen – Sporokarpe/Sporen sind vermutlich über 50 Jahre im Boden lebensfähig! (Erfahrungen zur Aktivierung der Sporen auf ehemaligen Schweineweiden nach Erdarbeiten liegen der Umweltabteilung der Stadtverwaltung von Kehl vor)
    • Wiederansiedlung von Vorkommen an potenziellen Standorten mit autochthonem Pflanzenmaterial:  Erhaltungskulturen der verschollenen Population von Rheinstetten existieren am Botanischen Garten der Universität Karlsruhe

Verbreitung

Verbreitungskarte