Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Kleinen Wasserfrosches

Die größten nutzungsbedingten Beeinträchtigungen von Lebensräumen des Kleinen Wasserfrosches gehen nach derzeitigem Kenntnisstand von der Land- und Forstwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Zur Erhaltung der Laichgewässer ist eine großflächige Beweidung als Maßnahme sehr günstig. Als Richtwert gelten 60-70 m Uferlinie pro Großvieheinheit (GVE), um größere Trittschäden im Uferbereich zu vermeiden. Bei Ganzjahresbeweidung ca. 0,3-0,5 Großvieheinheiten/ha/a
  • Bei ackerbaulicher Nutzung des Gewässerumfeldes: Einrichtung von Uferrandstreifen (10 m) ohne Einsatz von Spritz- oder Düngemitteln. Mahd des Streifens einmal im Jahr im Herbst/Winter
  • Amphibienschonende Mahd, idealerweise mit Balkenmäher ca. 10 cm oberhalb des Bodens
  • Verzicht auf Drainage von Wiesen und Weiden
  • Klein- und Kleinstgewässer (z.B. auch wassergefüllte Wagenspuren) im Umfeld der Laichgewässer fördern

Forstwirtschaft

  • Regelmäßige Entnahme beschattender Ufergehölze
  • Verzicht auf Drainage feuchter Waldgebiete, z.B. durch das Unterlassen von Wegrand-Drainierungen
  • Neuanlage und Wiederherstellung stehender, flacher Kleingewässer im Wald
  • Freistellung und Offenhaltung von bekannten und potenziellen Laichgewässern
  • Unterlassung der Waldkalkungen wegen der damit verbundenen stickstoffanreichernden Prozesse (Düngewirkung)

Fischereiwirtschaft

  • In Fischteichanlagen 1-2 Teiche aus der Bewirtschaftung nehmen und dort den Fischbesatz entfernen (bei Teichen im Haupt- und Nebenschluss die oberen Gewässer auswählen). Fischfreiheit durch regelmäßiges Ablassen im Herbst/Winter dauerhaft gewährleisten (einmal jährlich oder wenigstens alle zwei Jahre einmal)
  • In der Karpfenzucht Förderung bzw. Beibehaltung der Jungfischproduktion in den sogenannten K1-Teichen (= Anzuchtteiche für die Fischbrut)

Sonstige Maßnahmen

  • Kein Fischbesatz in Feuerlöschteichen, ggf. Abfischen der Teiche
  • Gutes Angebot an Klein- und Kleinstgewässern im Offenland oder an Waldrändern/Waldlichtungen schaffen bzw. zulassen (Bedeutung als Trittsteine und Rückzugsgebiet für Jungtiere – dient auch der Vermeidung des Kannibalismus)
  • Anhebung des Grundwasserspiegels in Feuchtgebieten
  • Förderung eines dynamischen Wasserhaushaltes und großer Wechselwasserzonen (Zone zwischen Niedrig- und Mittelwasserstand)