Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Kleinen Bartfledermaus

Um Beeinträchtigungen der Kleinen Bartfledermaus durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Erhaltung/Entwicklung kleinräumig gegliederter Kulturlandschaften mit breiten blütenreichen Säumen (Ackerrand- und Brachestreifen), Hecken und Feldgehölzen, die einen großen Insektenreichtum bieten
  • Erhaltung/Entwicklung von Feuchtgebieten in landwirtschaftlichen Gebieten zur Sicherung der Nahrungsgrundlage
  • Aufrechterhaltung der Nutzung von Obstbaumgürteln und Streuobstwiesen in Siedlungsnähe und als Landschaftselemente in der Kulturlandschaft
  • Minimierung des Insektizid- und Herbizideinsatzes in der Landwirtschaft zur Sicherung der Nahrungsgrundlage der Kleinen Bartfledermaus
  • Erhaltung/Entwicklung von Gebieten mit halboffenen Landschaftselementen und einer hohen Anzahl an Blütenpflanzen; die Bepflanzung ganzer Landstriche mit Monokulturen sollte vermieden werden

Forstwirtschaft

  • Erhaltung/Entwicklung blüten- und stufenreicher Waldränder (möglichst natürlich) und gebüschreicher Wälder mit hohem Altholzanteil zur Sicherung attraktiver Jagd- und Quartiergebiete
  • Erhaltung von starkem stehendem Totholz z.B. schlechtwüchsige oder andere Bäume geringer Wertigkeit besonders im Bereich von Gewässern sowie von Au- und Feuchtwäldern zur Verbesserung der Quartiersituation der Wochenstuben-, Männchen- und Paarungsquartiere (mindestens ein bis zwei Bäume pro Hektar bis zum Zerfall stehen lassen)
  • Verzicht auf den Einsatz von Insektiziden, solange dieser nicht zur Bekämpfung einer den Waldbestand gefährdenden Massenvermehrung von Forstschädlingen notwendig ist
  • Erhaltung/Entwicklung von Kleingewässern und Feuchtgebieten in Wäldern als Jagdgebiete

Fischereiwirtschaft

  • Kein Überspannen von Kleingewässern/Fischteichen mit Netzen zur Vermeidung von Gefahrenquellen für die Fledermäuse auf der Jagd
  • Anlage von Schönteichen (ohne Fischbesatz) zusätzlich zu den Fischteichen zur Verbesserung der Nahrungsgrundlage in Jagdgebieten der Kleine Bartfledermaus
  • Erhaltung/Entwicklung naturnaher Gewässer im Bereich von Wäldern zur Sicherung der Nahrungsgrundlage

Sonstige Maßnahmen

  • Erhaltung/Neuschaffung von Quartieren vor allem Spaltenquartieren in und an Gebäuden zur Verbesserung der Quartiermöglichkeiten besonders auch an Gebäuden im Wald und in Waldnähe (z.B. Jagdkanzeln, Forsthütten) (vgl. Dietz & Weber 2000)