Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Herzlöffels

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Lebensraums des Herzlöffels gehen vor allem von der Fischereiwirtschaft aus. Aber auch Land- und Forstwirtschaft können die Vorkommen des Herzlöffels in geringerem Maße beeinträchtigen. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Vermeidung von Nährstoffeinträgen aus angrenzenden Feldern und Gewässern

Forstwirtschaft

  • Auslichten von Gehölzen, um warme Standortbedingungen zu schaffen/zu erhalten

Fischereiwirtschaft

  • Naturnahe und angepasste Fischzucht
  • Vermeidung eines hohen Fischbesatzes, keine Zufütterung
  • Jegliche Trockenlegung des Gewässers vermeiden

Allgemein gilt

  • Auf Gewässerverschmutzungen und Störungen jeglicher Art verzichten

Sonstige Maßnahmen

  • Das letzte Vorkommen des Herzlöffels unterliegt einer kontinuierlichen und jährlichen Überwachung. Alle zwei Jahre werden im Rahmen eines Artenhilfsprogramms Bestandsveränderungen und potenzielle Gefährdungsursachen dokumentiert ( Dolek et al. 2009)
  • Da ähnliche gute Standortbedingungen in den angrenzenden Weihern vorliegen (Roauer 2007), wurden dort Wiederansiedlungen durchgeführt (Weiß 2008). Diese Wiederansiedlungen (Ausbringung von vegetativ gebildeten Überwinterungsknospen, sog. Turionen) waren nicht erfolgreich (Weiß unveröff., im Auftrag der Regierung der Oberpfalz). Die Ursache hierfür ist unbekannt, eine veränderte Wasserqualität, zu hoher oder anderer Fischbesatz, werden als Ursache vermutet
  • Neuansiedlung von Beständen durch Auspflanzung im Vorkommensgebiet, eventuell auch an ehemaligen Wuchsorten außerhalb des Charlottenhofer Weihergebiets (siehe Verbreitungskarte in Weiß & Poschlod 2009). Vorgehensweise über Pflanzenanzucht unter kontrollierten Bedingungen
  • Der Weiher ist zurzeit von einem Naturschutzverein gepachtet
  •  Erhaltungskulturen im Botanischen Garten der Universität Regensburg wurden angelegt, um einen dauerhaften Erhalt dieser Art gewährleisten zu können

Merkmale