Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings

Für den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling steht ein geeignetes Mahd- und Nutzungsregime im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dies ist regional unterschiedlich und muss entsprechend abgestimmt werden. Darüber hinaus ist es für den langfristigen Erhalt wichtig, dass nicht nur Einzelflächen, sondern Nutzungsmosaike mit einer ausreichenden Vernetzung erhalten bzw. wieder entwickelt werden. Entscheidend ist aber auch, dass alle Bundesländer mit Vorkommen der Art geeignete und für die Landwirte auskömmliche Förderkulissen zur Maßnahmenumsetzung bereit stellen.

Landwirtschaft

  • Mahdtermine müssen an die regionalen Gegebenheiten angepasst sein; es ist immer eine lokale Abstimmung erforderlich, hier kann nur ein grober Rahmen vorgegeben werden: Ab etwa 3 Wochen vor Flugzeitbeginn bis zum Ende der Raupenentwicklung darf keine Mahd erfolgen. Späte Mahdtermine können unbedenklich ab 15. September durchgeführt werden, die frühe Mahd sollte je nach Phänologie der Falter zwischen dem 1. und 15. Juni erfolgt sein, (Ausnahme: früh fliegende Vorkommen; hier kein früher Mahdtermin). Ggf. abweichende Mahdtermine sollten über Erfolgskontrollen auf ihre Eignung in den jeweiligen Regionen geprüft werden
  • Die Häufigkeit der Mahd muss sich nach der Produktivität der Fläche richten. Auf produktiveren Flächen ist eine zweischürige Mahd notwendig, auf sehr schwach produktiven Magerwiesen genügt teilweise eine einschürige Frühjahrsmahd oder ein Wechsel aus ein- bis zweischüriger Nutzung, auf Streuwiesen eine Herbstmahd (Details für Bayern bei Stettmer et al. 2008)
  • Der 2. Mahdtermin kann regional auch durch einen späten Weidegang ersetzt sein (Bsp. Westerwald)
  • Die Flächen müssen in Nutzung bleiben und dürfen nicht längerfristig brach fallen. Je nach Ausprägung können auf Standorten geringer Produktivität kurzfristige, nicht verfilzte Brachen ebenfalls geeignete Lebensräume darstellen. Sie müssen nach einem bis wenigen Jahren aber wieder in ein geeignetes Nutzungsregime eingebunden werden
  • Das Mähgut muss stets abtransportiert werden, keine Mulchmahd
  • Düngung sollte unterbleiben, eine düngerfreie Nutzung ist für den Lebensraum besser. In begründeten Einzelfällen kann im Wirtschaftsgrünland auf sehr wenig produktiven Standorten ggf. eine Erhaltungsdüngung zugelassen werden (unter Berücksichtigung des Eintrags aus der Luft und evtl. Seiteneinflüssen; keine mineralische oder Gülle-Düngung), dabei Rückkopplung der Effekte auf den Lebensraum (Monitoring!). Es ist äußerste Vorsicht geboten, auch schwache Düngung hat schon in vielen Fällen zur Zerstörung von Lebensräumen geführt
  • In vielen Lebensräumen, insbesondere im Wirtschaftsgrünland, sind kleinräumige Unterschiede in der Nutzung (insbesondere unterschiedliche Mahdtermine) wichtige Voraussetzung für das langfristige Überleben des Schmetterlings
  • Großflächige Bewirtschaftungseinheiten ohne unterschiedliche Schnittzeitpunkte sollten durch Saumstreifen unterteilt werden, die erst beim Herbstschnitt genutzt werden. Deren Lage sollte je nach Produktivität in Abständen von 2 bis 5 Jahren verlegt werden, um eine Verfilzung der Pflanzendecke zu vermeiden
  • In jedem Grünlandkomplex müssen die magersten Standorte ungedüngt und ein- bis zweischürig erhalten werden (als erster Richtwert: mind. 10 % der Fläche). Auch (für die Art) funktionierende Beweidungssysteme müssen erhalten werden
  • Erhalt artenreichen Grünlands, keine Vielschnittnutzung mit Düngung oder Umbruch zu Ackerland

Forstwirtschaft

  • Erhaltung und Förderun