Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Heckenwollafters

Da der Bestand des Heckenwollafters in Deutschland auf wenige Vorkommen geschrumpft ist, muss jedes bekannte Vorkommen erhalten werden.

Bei den Maßnahmen müssen die unterschiedlichen Lebensräume der Art beachtet werden, „Entwicklungsstadien von Felsheiden“ (siehe  Landwirtschaft) und „lichte Wälder“ (siehe  Forstwirtschaft).

Landwirtschaft

  • Entwicklungsstadien von Felsheiden (Jahrzehnte ohne Nutzung) möglichst langfristig erhalten, der Optimalzustand ist derzeit nicht bekannt
  • Keine weiteren Gehölzaufwüchse auf älteren Entwicklungsstadien von Felsheiden zulassen
  • Auflichtungen nur in gemäßigter Form durchführen, damit das Geländeklima erhalten bleibt
  • Vorhandene Schlehen und soweit vorhanden Wildbirne erhalten
  • Anlage kleiner Schneisen, auch in Schlehenbeständen. Durchführung der Maßnahmen während der Puppenphase (ca. Juni bis August)
  • Im Winter keine Rückschnitte in aktuell besiedelten Lebensräumen auf Felsheiden
  • Wichtig als Rahmenbedingungen sind: Windschutz, hohe Sonneneinstrahlungsintensität, Grundwasserzügigkeit (Geländesenken)
  • Erhaltung und Förderung von Hecken und Gehölzinseln an warmen, geschützten und leicht feuchten Standorten, insbesondere im Umfeld bestehender Vorkommen

Forstwirtschaft

  • Erhaltung bzw. Wiedereinführung der traditionellen Form der Waldbewirtschaftung: oberholzarme Mittelwälder, Niederwälder oder andere lichte und lichtungsreiche Waldtypen
  • Im Stockausschlagswald (Mittel- und Niederwald) Umtrieb im Unterholz < 30 Jahre
  • Auf den Hiebsflächen der Stockausschlagswälder alle Gehölze (auch Dornsträucher) auf Stock setzen, keine Bekämpfung von Schlehen, traditionelle Stockhiebe im Winterhalbjahr, bei Vorkommen mit wenigen Gespinsten diese besonders berücksichtigen
  • In offenen Lichtungsbereichen im Wald Detailabstimmung mit Naturschutz-Fachbehörden
  • Erhaltung und Entwicklung ausreichender Flächengrößen (je nach Standort sehr variabel, aufgrund der Dynamik ist in jedem Jahr nur ein Teil des Lebensraumes tatsächlich nutzbar) und Lebensraumqualität erhalten
  • Lichtungen und lichte Waldbereiche, die als Lebensraum geeignet sind, offen erhalten, keine forstlichen Anpflanzungen
  • Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald. Falls eine Gefährdung der Bevölkerung zu befürchten ist, muss eine gute Abstimmung mit dem Einsatzteam zur Ausgrenzung von wertvollen Lebensräumen bei der Bekämpfung erfolgen.

Sonstige Maßnahmen

  • Wiederansiedlung an geeigneten Standorten, basierend auf den IUCN-Kriterien zur Wiederansiedlung von Arten
  • Förderung von Ausbreitungsachsen
  • Nur noch selten von Bedeutung: Keine Entwässerung in Wäldern