Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Grünen Flussjungfer

Da eine der Hauptgefährdungsursachen durch die Landnutzung der Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer ist, stehen Maßnahmen zur Verringerung der Nährstoffzufuhr im Vordergrund.

Landwirtschaft

  • Einrichtung von Pufferzonen zu intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen, um übermäßige Nährstoffeinträge zu verhindern
  • An kleineren Fließgewässern bis ca. 20 m Breite sollten Uferrandstreifen mit einer Breite von mindestens 10 m beidseitig eingerichtet werden, um übermäßige Nährstoffeinträge zu verhindern (Pufferzonen) und Seitenerosion zu tolerieren (Zulassen von Gewässerverlagerungen); letztere sorgen für einen Nachschub an Ablagerungen, die wiederum Larvenlebensräume schaffen
  • Zumindest zu Beginn der Flugzeit sollten ungemähte Wiesenflächen in der näheren Umgebung der Fortpflanzungsgewässer (möglichst direkt angrenzend oder in max. 100 m Entfernung zum Gewässer) vorhanden sein, um den Tieren die Nahrungsbeschaffung zu ermöglichen

Fischereiwirtschaft

  • Keine oder lediglich geringe Besatzmaßnahmen ausschließlich mit einheimischen Fischarten in Fortpflanzungsgewässern der Art

Sonstige Maßnahmen

  • Renaturierung durch Entfernung von Uferbefestigungen und –verbauungen (eigendynamische Gewässerentwicklung, die Maßnahmen schaffen nur die notwendigen Voraussetzungen)
  • Verzicht bzw. Reduzierung der Gewässerunterhaltung, insbesondere von Sohlräumungen
  • Wenn Sohlräumungen unbedingt notwendig sind, dann sollten sie abschnittsweise und über mehrere Jahre verteilt erfolgen
  • Keine Instandsetzung von Uferverbauungen außerhalb von Ortschaften und abseits von Infrastrukturbauwerken
  • Bei Renaturierung v.a. kleinerer Gewässer keine oder nur sehr spärliche Bepflanzung mit Ufergehölzen (Schiel & Hunger 2006)
  • Auflichtung der Ufergehölzbestände an stark beschatteten Abschnitten geeigneter Fortpflanzungsgewässer
  • Toleranz und Förderung des Totholzanteils in Fließgewässern; dies fördert die Ablagerung unterschiedlich feiner bzw. grober Bodenmaterialien auf kleinstem Raum und schafft damit günstige Lebensräume für die Larven
  • Toleranz von Ufererosion und Uferabbrüchen, dadurch Entwicklung bzw. Wiederherstellung vielfältiger, naturnaher Boden- und Strömungsverhältnisse
  • Erhalt feinsedimentreicher Zwischenbuhnenfelder in Flüssen, in denen natürliche Lebensräume der Art fehlen (Suhling et al. 2003)