Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Großen Feuerfalters

Hier müssen die beiden Varianten des Lebensraums beachtet werden. Dort, wo die Vorkommen an Fluss-Ampfer gebunden sind (v.a. Mecklenburg-Vorpommern) ist meistens keinerlei Nutzung durch Mahd oder Beweidung möglich. Lediglich zur Erhaltung des Lebensraums kann gemäht werden. Dort, wo vor allem Krauser und Stumpfblättriger Ampfer genutzt werden, sollte ein Mosaik verschiedener Nutzungen und Schnittzeitpunkte angestrebt werden.

Landwirtschaft

  • Großflächige Feuchtwiesenlandschaften erhalten und wiederherstellen
  • In diesen Landschaften ein ausgeprägtes Nutzungsmosaik mit unterschiedlichen Schnittzeitpunkten verwirklichen, Mahd auf einzelnen Abschnitten oder Schlägen, aber nicht großflächig. Keine Vergrößerung von einheitlichen Schlägen, Erhaltung von Säumen
  • Optimaler Nutzungsmix: grenzlinienreicher Verbund aus je einem Drittel Mähwiese, Weide und offener Brache mit Störstellen. Als Grenzlinien wirken dabei u.a. die Saumstreifen entlang von Weidezäunen! Erfahrung im Saarland: bei > 30 Flächen reicht eine durchschnittliche Flächengröße von < 2 ha oft aus um einen günstigen Nutzungsmix zu ergeben, ohne dass die landwirtschaftliche Nutzung reglementiert werden muss
  • Erhaltung und Förderung blütenreicher Teillebensräume
  • 2-schürige Mahd, aber nicht im Juni (1. Generation) bzw. August (2. Generation)
  • 3 m breite, besonnte Altgrasstreifen stehen lassen, die zu je einem Drittel jährlich alternierend gemäht werden
  • Beweidung bis 0,6 GVE/ha
  • Brachflächen mit Ampfer als Teil der Landschaft erhalten
  • Bei Fluss-Ampfer-Vorkommen: Mahd an Standortbedingungen anpassen, nur wenn unbedingt erforderlich und in Abschnitten mähen
  • In Mecklenburg-Vorpommern: Lebensräume in der Regel für jegliche Nutzung ungeeignet. Einstellung der intensiven Nutzung und Förderung eines breiten Nektarpflanzenangebots im Lebensraumkomplex
  • Schonen von Fluss-Ampfer-Beständen an Gewässerufern
  • Maßnahmen zur Grabenpflege nur wenn unbedingt erforderlich, dann nur abschnittsweise sowie in Abständen von mehreren Jahren

Forstwirtschaft

  • Feuchtgrünland und Brachen in Lebensräumen erhalten, keine Aufforstungen, auch unter Berücksichtigung des Baumbestandes als Wanderhindernis und als Beschattung

Sonstige Maßnahmen

  • In Mecklenburg-Vorpommern: Einstellung der tiefgründigen Entwässerung von Niedermooren, insbesondere von Überflutungsbereichen an Gewässern
  • In Mecklenburg-Vorpommern: Rückbau von Entwässerungssystemen in Lebensräumen des Großen Feuerfalters
  • Bei Flurbereinigungen: Erhaltung von Säumen und anderen bedeutsamen Landschaftselementen