Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Großen Moosjungfer

Da die Hauptgefährdungsursachen durch die Landnutzung zum einen der Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer und zum anderen die Veränderungen des Wasserhaushaltes und der Fischbesatz sind, stehen entsprechende Maßnahmen im Vordergrund.

Landwirtschaft

Unterbindung direkter und indirekter Nährstoffeinträge insbesondere durch folgende Maßnahmen:


  • Im Einzugsgebiet der Gewässer Einrichtung von Pufferzonen von mindestens 100 m, in denen Grünland ohne Düngung oder mit maximal am Nährstoffentzug orientierter Düngung genutzt wird
  • Keine Ackernutzung im Einzugsgebiet der Gewässer mit Vorkommen der Art
  • Rückbau von Entwässerungseinrichtungen
  • Der Einsatz von Insektiziden an den Fortpflanzungsgewässern sowie in deren Umgebung muss unterbleiben. Insektizide vernichten zum einen die Großen Moosjungfern direkt, zum anderen wird ihnen die Nahrungsgrundlage durch das Abtöten der Beute entzogen.
  • Im Gewässerumfeld Erhalt bzw. Entwicklung von arten- und blütenreichem Grünland, z.B. durch Streuwiesennutzung im Alpenvorland; der entsprechende Insektenreichtum dieser Lebensräume gewährleistet die Nahrungsgrundlage für die Große Moosjungfer. Es lassen sich zudem durch ein- bis zweimalige Mahd außerhalb der Flugzeit der Art zumindest auf einem Teil der Grünlandflächen im näheren Umfeld der Gewässer geeignete Lebensräume bereitstellen.

Forstwirtschaft

  • Sicherung möglichst hoher Wasserstände im Wald, z.B. durch Förderung von Gehölzbeständen, die Grundwasserneubildung begünstigen
  • Verzicht auf eine Aufforstung bis unmittelbar ans Gewässerufer

Fischereiwirtschaft

  • Verzicht auf Fischbesatz in Gewässern der Großen Moosjungfer

Sonstige Maßnahmen

In Moorgebieten wie z.B. im Alpenvorland stehen Maßnahmen zur Moorregeneration und –pflege im Vordergrund. Detaillierte Empfehlungen und Beschreibungen entsprechender Maßnahmen finden sich z.B. bei Wildermuth (2001), Schiel (2006) und Wildermuth & Küry (2009).


  • Wiedervernässung von Mooren
  • Anlage von Torfstich- oder anderen Moorgewässern mit einer Mindestgröße von 10 m² unter Berücksichtigung anderer Naturschutzaspekte wie z.B. Erhalt wertvoller Moorstandorte
  • In bereits stark entwässerten oder abgetorften Mooren kann in Sonderfällen auch eine Torfnutzung für die Art förderlich sein, wenn hierdurch Moorregeneration mit Torfwachstum erreicht werden kann; eine Entscheidung darf auch hier nur im Einzelfall unter Abwägung mit anderen naturschutzfachlichen Aspekten (s.o.) erfolgen
  • In verlandenden Gewässern sollten ggf. spezifische, auf die Art ausgerichtete Pflegemaßnahmen durchgeführt werden; hierzu zählt v.a. die manuelle Entlandung zugewachsener Fortpflanzungsgewässer durch Entnahme von Riedpflanzen (v.a. Seggen und Binsen), teilweise Entfernung von Schwingrasen und Ufergehölzen
  • Diese Pflegemaßnahmen sollten nach dem so genannten Rotationsmodell erfolgen, bei dem durch räumlich und zeitlich differenzierte Pflegeeingriffe Kleingewässer mit unterschiedlichen Verlandungsstadien nebeneinander existieren können und der Großen Moosjungfer so eine kontinuierliche Besiedlung eines Gewässerkomplexes ermöglicht wird

Merkmale