Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Allgemeine Maßnahmen

  • Wo Große Tümmler regelmäßig vorkommen sollte auf Stellnetzfischerei verzichtet werden, da sie sonst leicht in Stellnetzen beigefangen werden.

Industrielle Aktivitäten

  • Sehr lauter, knallartiger Lärmeintrag in den Wasserkörper durch industrielle Aktivitäten wie Rammen (z.B. von Fundamenten oder Spundwänden) und Explosionen (z.B. beim Rückbau von industriellen Einrichtungen) usw. sollten durch lärmdämmende Maßnahmen, wie z.B. der Verwendung eines Blasenschleiers, auf ein ungefährliches Niveau reduziert werden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie verlangt die Einhaltung des Grenzwertes von 160 dB SEL in 750 m Entfernung zur Emissionsstelle für Lärmemissionen, insbesondere bei Rammarbeiten ( www.bsh.de).
  • In Natura2000-Schutzgebieten, die gemäß der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie für den Großen Tümmler, wie auch für den Schweinswal, eingerichtet wurden, sollten menschliche Störungen auf ein Minimum reduziert werden, z.B. indem die maximale Geschwindigkeit von Wasserfahrzeugen auf höchstens 10-16 Knoten begrenzt wird. Des Weiteren sollten alle Fahrzeuge prinzipiell einen Mindestabstand von 100 m zu Gruppen von Großen Tümmlern einhalten und die Tiere nicht verfolgen.
  • Direkte und indirekte (z.B. über Flüsse) Einträge von langlebigen Giften, wie z.B. halogenierten Kohlenwasserstoffen oder Schwermetallen, sind in jedem Fall völlig zu vermeiden.

Behördliche Aktivitäten

  • Munitionsräumungen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht sollten aus den oben genannten Gründen ebenfalls vorzugsweise ohne Detonation erfolgen, z.B. durch Bergung und Entsorgung an Land.

Militärische und seismologische Aktivitäten

  • Um eine Gehörschädigung durch den Einsatz von Unterwasser-Sonaren oder ‚Airguns‘ zu vermeiden, sollten geübte Beobachter an Bord von Fahrzeugen eingesetzt werden und die Nutzung der Sonare bzw. ‚Airguns‘ sowie die Unterwasserdetonation von Kampfmitteln bei der Anwesenheit von Walen oder Delfinen sofort eingestellt werden.
  • Um Störungen zu vermeiden, sollten Verbreitungsschwerpunkte, z.B. in der nördlichen Nordsee, allgemein als Manövergebiete und für seismologische Erkundungen von geologischen Lagerstätten gemieden werden.

Verbreitung