Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Feldhamsters

Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Siehe Hamster fördernde Teile von Kulturlandschaftsprogrammen & Artenhilfsprogrammen der Länder (siehe  Programme & Projekte)
  • Erntestreifen in einem Umfang von ca. 2 % der Schlaggröße verteilt über den gesamten Schlag stehen lassen.
  • Eine Bearbeitungsbreite / ha stehen lassen
  • Stoppelruhe bis mindestens 6 Wochen nach der Getreideernte und gestaffelt je nach Folgefrucht bzw. nachfolgender Einsaat
  • Stoppelhöhe ca. 35 cm oder höher, um dem Hamster auch nach der Ernte noch ausreichend Deckung zu lassen
  • Maximale Pflugtiefe 25 cm
  • Möglichst hoher Getreideanteil in der Fruchtfolge
  • Anbau von Winter- und Sommergetreide in einem ausgewogenen Verhältnis
  • Möglichst geringer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Keine Schwarzbrachen
  • Möglichst geringer Hackfruchtanteil (Zuckerrüben, Kartoffeln etc.) bzw. geringer Anteil temporär deckungsarmer Kulturen wie Mais
  • Wenn flächendeckendes Ausbringen von Klärschlamm, Gülle, Geflügeltrockenkot, dann nur im Winter
  • Konsequente Durchsetzung des §13 des Pflanzenschutzgesetzes zum Schutz des Feldhamsters (Verzicht auf den Einsatz von Rodentiziden). Neben der direkten Möglichkeit der Vergiftung von Feldhamstern ist hierbei auch zu berücksichtigen, dass Feldhamster bei Ausfall der Feldmaus als Nahrung für Beutegreifer einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, Opfer von Raubtieren zu werden.

Forstwirtschaft

  • Keine Aufforstung von durch den Hamster besiedelten Flächen

Sonstige Maßnahmen

  • Saat von Luzerne (insbesondere bei kleinen Vorkommen ist es anzustreben, dass jeweils ein Teilbereich mit Luzerne bestellt ist. Die Fläche sollte spätestens alle 5 Jahre gewechselt werden) und anderen mehrjährigen Feldfutterkulturen, die bewirtschaftet werden müssen
  • Förderung von Ökolandbau auf landwirtschaftlich besten Böden
  • Erstellung von Artenhilfsprogrammen in Bundesländern, in denen solche noch nicht erarbeitet wurden