Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Eschen-Scheckenfalters

Da der Bestand des Eschen-Scheckenfalters in Deutschland auf wenige Vorkommen geschrumpft ist, muss jedes bekannte Vorkommen erhalten werden. Eingriffe in bekannte Vorkommen müssen mit den zuständigen Naturschutz-Fachbehörden bzw. Artenschutzbearbeitern abgestimmt werden.

Alle Handlungsempfehlungen zielen darauf ab die Lichtigkeit des Waldes, Besonnung, Wärme, geschützte Lage und Luftfeuchte in der richtigen Kombination auf ausreichender Fläche zu erhalten.

Landwirtschaft

  • Bewirtschaftung des Grünlandes im Kontaktbereich zu Eschen-Scheckenfalterlebensräumen ohne Düngung und mit seltener Mahd (1. Schnitt nach der Flugzeit ab Ende Juni / Anfang Juli)
  • Brach gefallene Streuwiesen mit Eschenaufwuchs im Berchtesgadener Land in diesem Übergangsstadium halten (in räumlich wechselnden Teilbereichen)
  • Auf Stock setzen von Hecken im Abstand von 5-6 Jahren (Vorland der Schwäbischen Alb; Vorkommen vermutlich jedoch erloschen)
  • Keine Aufforstung der Grünlandbereiche in mosaikartigen Lebensräumen, Erhaltung mosaikartiger Lebensräume

Forstwirtschaft

  • Erhaltung und Förderung der Mittel- und Niederwaldwirtschaft: In Bayern sind über das VNP Wald Fördermöglichkeiten geschaffen worden (Liegl et al. 2008a)
  • Erhaltung eines lichten Waldaufbaus mit raum-zeitlicher Dynamik in Mittelwäldern: ein Hiebszyklus von 20-28 Jahren sollte eingehalten werden, eine variable Deckung von 5-60 % ist empfehlenswert, ein Pflegehieb kann ebenfalls lichte Bestände schaffen (vgl. Liegl et al. 2008b)
  • Dynamische Herstellung lichter Bestände an luftfeuchten Standorten in Hoch- und Überführungswäldern: über Lochhiebe nach der Konzeption der Bayer. Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (Müller et al. 2004) bzw. Auflichtung nach VNP Wald Modul „Lichter Wald“ (Übersicht Liegl et al. 2008b)
  • Erhaltung von Lichtungen mit wenig Gehölzen (insbesondere Erhaltung von Jungeschen)
  • Schaffung breiter Säume (ca. 10 m) entlang von Schneisen und Waldwegen: hierbei ist ein gestaffeltes Rücksetzen und eine beidseits alternierende Pflege zu beachten; erste Erfolge konnten bei einer Umsetzung im Steigerwald bereits erzielt werden
  • Schaffung breiter Waldmäntel und –säume mit breiten Übergängen zum Grasland
  • Erhaltung bzw. Wiederherstellung des ursprünglichen Wasserhaushaltes, kleinräumig das Wasser im Wald halten; keine Entwässerung im Wald
  • Förderung einer hohen Oberflächenrauhigkeit im Wald (der Eschen-Scheckenfalter fliegt auch über und zwischen den Bäumen)
  • Zulassen der natürlichen Entwicklung der Pflanzendecke mit einer Kontrolle der aufkommender Baumarten (ggf. Förderung der Esche oder Entnahme der Fichte = „kontrollierte Sukzession“) auf Windwurfflächen oder Fichtenräumungen; keine Anpflanzungen

Sonstige Maßnahmen

  • Förderung von Ausbreitungsachsen
  • Nutzung aller Möglichkeiten zu Dynamisierung und ständigem Neubeginn der Entwicklung der Pflanzendecke mit Jungeschen

Verbreitung

Verbreitungskarte Eschen-Scheckenfalter