Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Dicken Trespe

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen der Dicken Trespe gehen vor allem von der industriellen Landwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Anbau von Wintergetreide generell förderlich
  • Kein Herbizideinsatz
  • Verzicht auf Maisanbau auf Flächen mit der Dicken Trespe
  • Änderung der Technologie und Fruchtfolge in der Landwirtschaft, wünschenswert ist die Rückkehr zur traditionellen Agrarwirtschaft
  • Bodenschonende oder pfluglose Bearbeitung (grubbern statt pflügen)
  • Möglichst wenig düngen (Richtwert: max. 50 kg Stickstoff/Jahr)
  • Geringere Saatdichte am Rand der Ackerfläche (größerer Reihenabstand), Synergieeffekte mit Lerchenfenster etc.
  • Fruchtfolge: winterfruchtbetont (wo möglich: Dinkel)
  • Bodenbearbeitung für Wintergetreide wie ortsüblich im Herbst; möglichst lange Stoppelphase zur Ausreifung der Trespen-Samen auf der Fläche
  • Mulchen oder Mähen der Acker- und Wegränder vor der Fruchtreife unterlassen (Fruchtreife der Dicken Trespe fällt mit Dinkelernte zusammen), Mähgut abräumen
  • Extensivere Bewirtschaftung in Gebieten, in denen die Dicke Trespe zurückgeht (integrierte Landwirtschaft, Verzicht auf Pflanzenschutzmittel)
  • In unregelmäßigen Abständen Brachejahre einschieben (ein- bis zweijährige Brachen)
  • An Ackerrändern keine Neubepflanzungen mit Bäumen
  • Keine Verschlechterung des Wasserhaushaltes (z.B. Drainage)

Sonstige Maßnahmen

  • Gezieltes Management und Monitoring für Bromus grossus-Gebiete
  • Ausgleichsmaßnahmen auf langfristige Effizienz prüfen
  • Saatgut aus gesicherten Herkünften bevorraten und in geeigneten Projekten einsetzen
  • Ackerwildkrautreservate einrichten
  • Gezielter Vertragsnaturschutz
  • Mähen von Weg- und Grabenrändern sowie von Grünstreifen vor der Fruchtreife unterlassen
  • Verzicht auf den Ausbau von Graswegen