Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Bodensee-Vergissmeinnichts

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen für das Bodensee-Vergissmeinnicht gehen allenfalls von den Intensiv-Obstbaumkulturen aus, deren einströmende, nährstoffhaltige Sickerwässer den Konkurrenzdruck für die kleinwüchsigen Pflanzen erhöhen. Letztlich ist allerdings noch nicht geklärt, ob die Vorteile dieses Sickerwassers (Verhinderung des Austrocknens) oder seine Nachteile (Förderung des Zuwachsens der Wuchsorte) für das Bodensee-Vergissmeinnicht überwiegen.

Sonstige Maßnahmen

  • Erhaltung der natürlichen Seespiegelschwankungen durch Verzicht auf Regulierungen
  • Konstruktion geeigneter Abfangvorrichtungen für Treibholz im Bereich der Zuflüsse von Rhein, Dornbirner Ach und Bregenzer Ach
  • Zeitnahe, händische und maschinelle Beseitigung des Treibguts nach Hochwasserperioden
  • Entfernen von eingewanderten konkurrenzstärkeren Pflanzen, wie Weiden, Seggen-Arten und Rohrglanzgras und damit kleinflächige Verzögerungen der Entwicklung der Pflanzenbestände (Sukzession)
  • Algenwatten vorsichtig entfernen
  • Monitoring der Populationsdynamik, um rechtzeitig Maßnahmen bei einem Rückgang der Populationsgröße ergreifen zu können (z.B. durch die Aktivierung der Bodensamenbank)
  • Aufbau und Fortführung von Erhaltungskulturen in Botanischen Gärten (Botanischer Garten Regensburg, Botanischer Garten der Universität Konstanz) bzw. Ex-situ-Vermehrung für weitere Wiederansiedlungen
  • Wasserschutzmaßnahmen weiterführen und nicht sauber geklärte Einläufe sanieren
  • Uferverbauungen und intensive menschliche Nutzung der Uferzone (z.B. für Feuerstellen) im Bereich des Strandrasens verhindern
  • Renaturierung von verbauten Ufern (siehe Renaturierungsleitfaden der IGKB bzw. Ostendorp et al. 2010)