Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Birkenmaus

Um Beeinträchtigungen durch land- und forstwirtschaftliche Nutzung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Verzicht auf Heckenrodungen
  • „Auf den Stock setzen“ von Hecken nur abschnittsweise, auf mehrere Jahre verteilt
  • Verzicht auf Entwässerungen in Vorkommensgebieten
  • Verzicht auf Grünlandumbruch in Vorkommensgebieten
  • Erhaltung von Teillebensräumen (Brachestreifen, Baumstubben, Holzhaufen etc.)
  • Grabenunterhaltungsmaßnahmen nur abschnittsweise (max. 100 m Länge) oder nur einseitig
  • Verzicht auf landwirtschaftliche Nutzung von Uferbereichen mit einer Breite von mindestens 15 m in Vorkommensgebieten

Forstwirtschaft

  • Räumung von Windwürfen nur abschnittsweise, über mehrere Jahre verteilt
  • Belassen von Baumstubben, Gehölzinseln und Brachestreifen
  • Verzicht auf Aufforstungen insbesondere mit Nadelbäumen, da sich unter diesen keine Krautschicht bilden kann
  • Keine Entfernung von Unterholz aus Wäldern
  • Belassen von Totholz in Waldrandlage und im Bereich von Lichtungen
  • Verzicht auf Kahlschläge > 1 ha

Allgemein gilt

  • Keine Veränderung oder Verstärkung der Landnutzung auf Flächen, auf denen Vorkommen der Birkenmaus bekannt sind
  • Erhaltung einer dichten Kraut- und Strauchschicht zumindest als Randstreifen (Vernetzungselement)
  • Gebiete mit Vorkommen der Birkenmaus bedürfen eines konsequenten Schutzes, da es sich um empfindliche Restvorkommen handelt, die durch die zu erwartenden Klimaveränderungen einer sich verschärfenden Gefährdungssituation unterliegen könnten (Meinig 2010)

Sonstige Maßnahmen

  • Renaturierung und behutsame Wiedervernässung von Mooren
  • Verzicht auf großflächiges Entfernen von Bäumen und Sträuchern im Rahmen von Projekten der Moorrenaturierung; nur abschnittsweise mit Erhaltung von Gehölzinseln
  • Renaturierung von Ufern