Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Bibers

Der Biber ist vor allem durch die Zerstörung seiner Lebensräume gefährdet. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Anlage 20-30 m breiter Uferstreifen mit hohem Strauchanteil (30 % Weiden und Pappeln) und standortgerechten Bäumen. Dadurch sind sowohl Konflikte zwischen Biberschutz und Landnutzung vermeidbar als auch die Uferbaue geschützt, die zu über 90 % in diesem Bereich liegen. Dies gilt sowohl für landwirtschaftlich als auch für forstwirtschaftlich genutzte Flächen
  • In Niederungsbereichen extensive Grünland- statt Ackernutzung (2 malige Mahd pro Jahr oder 0,5 Großvieheinheiten je Hektar), so dass gelegentliche Überflutungen nicht zu wirtschaftlichen Schäden führen
  • Verzicht auf den Anbau von für Biber attraktive Pflanzen (z.B. Mais, Zuckerrüben, Getreide, Raps, Sonnenblumen) in unmittelbarer Ufernähe
  • Förderung naturnaher Auen (Weichholzauen und extensive Grünlandnutzung)

Forstwirtschaft

  • Bei forstwirtschaftlicher Nutzung (Einschlag) belassen eines 50 m breiten Uferstreifens (weitere Angaben s. unter Landwirtschaft)

Fischereiwirtschaft

  • Ausschließlicher Einsatz von Fischreusen, die ein Einschwimmen des Bibers sicher verhindern

Weitere Maßnahmen zur  Konfliktvermeidung/Prävention

Allgemein gilt

  • Keine landwirtschaftliche Nutzung bis in den direkten Uferbereich
  • Belassen und Förderung von naturnahen Ufersäumen mit Weichholzarten
  • Keine Zerstörung von Biberburgen und -dämmen
  • Reusenfischerei nur mit bibersicherem Gerät

Sonstige Maßnahmen

  • Bibergerechte Ausstattung von Gewässerdurchlässen zur Vermeidung des Verkehrstodes (siehe z.B.  Link 1,  Link 2)
  • Keine Anlage von Siedlungs- und Gewerbegebieten in Flussauen mit Bibervorkommen
  • Konsequente Bekämpfung/Verhinderung weiterer Ausbreitung des nicht heimischen Kanadischen Bibers (Castor canadensis) in den Ausbreitungsgebieten in Rheinland-Pfalz, da dieser den Europäischen Biber ansonsten verdrängt