Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Asiatischen Keiljungfer

Da der Nährstoffeintrag in die Fortpflanzungsgewässer eine der Hauptgefährdungsursachen durch die Landnutzung darstellt, stehen Maßnahmen zur Verringerung der Nährstoffzufuhr im Vordergrund.

Landwirtschaft

  • Einrichtung von Uferrandstreifen mit einer Breite von mindestens 10 m beidseitig, die nicht oder lediglich einschürig genutzt werden, um übermäßige Nährstoffeinträge zu verhindern und Seitenerosion zu tolerieren (Zulassen von Gewässerverlagerungen); letztere sorgen für einen Nachschub an Ablagerungsmaterialien die wiederum Larvenlebensräume schaffen
  • Einrichtung von Pufferzonen (zusätzlich zu den Uferrandstreifen) von 30-50 m Breite zu intensiv genutzten landwirtschaftlichen Flächen (z.B. Äcker, Grünland mit Düngung, die deutlich über die Nährstoffentnahme hinausgeht), um übermäßige Nährstoffeinträge zu verhindern
  • Keine ufernahe Mahd (bis 20 m Entfernung vom Ufer) während der Flugzeit (Anfang Juni bis Mitte August)
  • Toleranz von Ufererosion (Zulassen von Gewässerverlagerungen) an Stellen mit verstärkter Seitenerosion ggf. über 10 m hinaus

Sonstige Maßnahmen

  • Renaturierung durch Entfernung von Uferbefestigungen und –verbauungen (eigendynamische Gewässerentwicklung, die Maßnahmen schaffen nur die notwendigen Voraussetzungen)
  • Verzicht bzw. Reduzierung der Gewässerunterhaltung, insbesondere von Sohlräumungen und Ausbaggerungen in Zwischenbuhnenfeldern
  • Besucherlenkung (Tourismus/Freizeitnutzung) z.B. in stark frequentierten Zwischenbuhnenfeldern und Sandstränden an Rhein und Elbe
  • Erhalt naturnaher Flussabschnitte mit Gleithangbereichen, Auskolkungen und Uferabbrüchen (Ellwanger 2003)
  • Toleranz und Förderung des Totholzanteils in Fließgewässern; dies fördert u.a. die Ablagerung feiner Materialien und schafft damit günstige Lebensräume für die Larven
  • Toleranz von Ufererosion und Uferabbrüchen, dadurch Entwicklung bzw. Wiederherstellung vielfältiger, naturnaher Boden- und Strömungsverhältnisse
  • Erhalt feinmaterialreicher Zwischenbuhnenfelder in Flüssen, in denen natürliche Lebensräume der Art fehlen (vgl. Suhling et al. 2003)