Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Apollofalters

Die Schutzmaßnahmen für den Apollofalter müssen vor allem auf den Erhalt und die Verbesserung der Lebensräume abzielen. An der Mosel ist vor allem der Zusammenhang mit dem Weinbau von Bedeutung, in der Fränkischen und Schwäbischen Alb die felsdurchsetzten Magerrasen sowie die Ersatzlebensräume an Stützhängen und auf Gesteinshalden sowie in den Bayerischen Alpen, je nach Höhenlage, eventuell die Weidewirtschaft.

Landwirtschaft

  • Ausreichende Schafhütehaltung mit kletterfreudigen Schafrassen und Ziegen
  • Besondere Berücksichtigung von Felsbereichen bei der Beweidung, im Einzelfall auch durch Kopplung von Ziegen im Fels
  • Gegebenenfalls Entbuschung und Entgrasung der Felsbereiche zur Förderung der Raupenfutterpflanze
  • Erhaltung und Neuanlage von Weinbergsmauern, Verhinderung zu starker Entwicklung der Pflanzendecke an den Mauern (Mosel)
  • An der Mosel haben sich die Apollofalter-Vorkommen seit den 1980er Jahren stark erholt, da vom Hubschrauber aus nur noch Fungizide ausgebracht werden. Dies ist ein wichtiger Erfolg, der weitergeführt werden muss
  • Erhaltung von Nektarquellen in Nachbarschaft zu den Raupenlebensräumen (v.a. an der Mosel von Bedeutung)

Forstwirtschaft

  • Freistellung von ehemaligen felsdurchsetzten Magerrasen und von Felsen
  • Ausreichende Beweidung auch unter schwierigen Bedingungen ermöglichen

Sonstige Maßnahmen

  • Keine Böschungssicherung mit Spritzbeton
  • Keine Wiederbegrünung von felsigen Störstellen (z.B. Straßenbau), sondern Aufbau von Felsritzensystemen
  • Erstellung neuer Böschungen aus Kalksteinen
  • Erhaltung von Polstern der Raupenfutterpflanze (Weißer Mauerpfeffer) unter günstigen Bedingungen (im Fluggebiet kann jedes einzelne Polster ausreichender Größe und Qualität besiedelt werden)
  • In den Steinbrüchen der Südlichen Frankenalb Erhaltung wertvoller Haldenbereiche, Neuanlage von Halden mit Gesteinsabdeckung und Koordination der gesamten Aktivitäten. Zentrale Grundlage ist der Umweltpakt, der zwischen den betroffenen Landkreisen Eichstätt und Weißenburg-Gunzenhausen sowie der Steinindustrie getroffen wurde (Geyer et al. 2006)
  • Felsfreistellung und Offenhaltung felsiger Magerrasen und von Felsen
  • Sammelverbot konsequent durchsetzen
  • Regelmäßige Erfolgskontrollen der durchgeführten Maßnahmen