Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population des Alpenbocks

Nutzungsbedingte Beeinträchtigungen des Alpenbocks gehen vor allem von der Forstwirtschaft aus. Um Beeinträchtigungen durch Bewirtschaftung zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen für Waldbestände im Verbreitungsgebiet der Art empfohlen:

Landwirtschaft

  • Wiederaufnahme einer behutsamen Waldbeweidung zur Offenhaltung von Waldbeständen, die eine Laubholzverjüngung zulässt

Forstwirtschaft

  • Erhaltung aller Brutbäume, bei unumgänglicher Fällung ist eine fachgerechte Ablagerung und weitere Eignung als Brutholz zu gewährleisten
  • Aufgabe der forstwirtschaftlichen Nutzung oder nur sporadische Nutzung auf schwachwüchsigen Buchenstandorten
  • Besondere Berücksichtigung der vorliegenden Alt- und Totholzkonzepte (z.B.  Baden-Württemberg, Bayern) sowie der Vorschläge in den Managementplänen für Laubholzbestände, die an besiedelte Standorte angrenzen
  • Reduzierung der Schalenwilddichte auf besiedelten und besiedelbaren Standorten mit unzureichender Laubholzverjüngung
  • Belassen von Hochstümpfen und einzelnen licht liegenden toten Laubbäumen nach Windwürfen
  • Liegenlassen von starken Kronenästen nach Durchforstung
  • Abfuhr von Lager- und Schlagholz im Umfeld von besiedelten Standorten (bis 1.200 m) vor der Flugzeit der Käfer (Mitte Juni-Ende August) um eine Anlockung und Eiablage zu verhindern

Allgemein gilt

  • Erhöhung des Totholzangebotes, hier v.a. stärker dimensioniertes Holz (Bense 2002 berichtet von erfolgreichen Stützungsmaßnahmen)
  • Offenhaltung von Waldbeständen durch Freistellung von Bäumen oder Waldweide
  • Veränderter Umgang mit durch natürliche Störungen entstandenen Windwurfflächen

Sonstige Maßnahmen

  • Im Einzelfall Ringelung von einzelnen Buchen in lichter Situation oder Randlage. Dies evtl. als Stützungsmaßnahme im Randbereich des Verbreitungsareals oder zur Schaffung von Trittsteinen zwischen aktuell besiedelten Standorten
  • Im Einzelfall Aufstellen von toten Buchenstämmen (mind. 2 m lang, 25 cm Durchmesser) in sonniger Lage (Duelli & Wermelinger 2005)