Bundesamt für Naturschutz

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Erhaltungsmaßnahmen

Handlungsempfehlungen zur Erhaltung der lokalen Population der Äskulapnatter

Die Äskulapnatter wird vor allem durch die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft beeinträchtigt. Um dies zu verhindern bzw. zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

Landwirtschaft

  • Den Bedürfnissen der Äskulapnatter angepasste Bewirtschaftung von Wiesen und Streuobstbeständen (siehe  Ökologie & Lebenszyklus)
  • Erhalt von Säumen und anderen Lebensraumelementen
  • Mahd von Böschungen und (Wald-)Säumen nur im Winter
  • Schnitthöhe von mind. 15 cm während der Aktivitätsphase der Äskulapnatter
  • Wiesenmahd nur abschnittsweise.
    Je bedeutender das Vorkommen ist, desto mehr ist auf alternative Mahdmethoden zu achten!
    Alternative Mahdmethoden:
    • Kleinflächige Mahdabschnitte
    • Vorheriges „Vertreiben“ der Tiere
    • Beweidung statt Mahd (möglichst nicht mit Großvieh, um ein Zertreten der Äskulapnattern zu verhindern)
    • Flächentausch
  • Beweidung bzw. Förderung der Wanderschäferei in Flächen die nicht mehr der regulären Mahd unterliegen
  • Anfallendes Schnittgut (Hecken, Büsche, Gras) als (Eiablage-)Haufen in der Fläche belassen (punktuell!), (Häckselhaufen sind nach etwa zwei Jahren für die Äskulapnatter nutzbar)
  • Kein Einsatz von Schädlingsvertilgungsmitteln

Weinbau

  • Erhalt von Trockensteinmauern bei Rebflurbereinigung
  • Sanierung von Trockenmauern „nach altem Vorbild“ (kein Verfugen, kein Beton)
  • Erhalt/Schaffung/Förderung von Krautsäumen von mind. 1,5 m Breite an Mauerfuß und Mauerkrone (Mahd dieser Säume nur im Winter)
  • Erhalt der (Saum-)Strukturen (Qualität und Quantität) bei Rebflurbereinigung
  • Kein Einsatz von Schädlingsvertilgungsmitteln in den besiedelten Lebensraumelementen
  • Freistellung/Offenhaltung von besiedelten Felsstandorten und Weinbergsbrachen
  • Freistellung/Offenhaltung der Weinbergsmauern, dabei aber einen teilweisen Bewuchs von etwa 10 % als Versteckmöglichkeiten erhalten (Brombeere, Efeu)

Forstwirtschaft

  • Erhalt und Pflege naturnaher Laubmischwälder
  • Schaffung und Erhalt reich gegliederter Waldrandsysteme
  • Wenn möglich, Förderung der Niederwaldwirtschaft
  • Belassung von Totholz im Wald (liegend und stehend)
  • Mulchen, wenn erforderlich, nur im Winter

Sonstige Maßnahmen

  • Mahd von Böschungen und Säumen nur im Winter
  • Erhalt natürlicher Eiablageplätze sowie Anlage neuer (künstlicher) Eiablageplätze (z.B. Anlage von Blatt-, Stroh- oder anderen Schnittguthaufen an geeigneten, lichten Stellen wie z.B. Feld- und Wiesenrändern)
  • Keine Umsetzung von Kompost- und Misthaufen zwischen Mai und Mitte Oktober
  • Keine Neuanlage/Ausbau von Wirtschaftswegen im Vorkommensgebiet
  • Mahd von Wege- und Straßenböschungen außerhalb der Aktivitätsphase

Verbreitung