Bundesamt für Naturschutz

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Moor-Wiesenvögelchen (Coenonympha oedippus)

Verschollen und wieder aufgetaucht

Der letzte Nachweis des Moor-Wiesenvögelchens in Deutschland stammte von 1960. Es galt somit also seit vielen Jahrzehnten offiziell als ausgestorben! Daher war die Wiederentdeckung in Bayern durch M. Schwibinger 1996 eine echte Sensation und ein seltener Glücksfall. Der Fund wurde trotzdem lange geheim gehalten, um Begehrlichkeiten durch Sammler vorzubeugen. Auf die genaue Fundortnennung und Kartendarstellung wird auch hier aus Schutzgründen verzichtet. Das entdeckte Vorkommen ist nach wie vor sehr klein, es besteht aus wenigen Tieren auf kleiner Fläche. Aufgrund eines Forschungsprojektes der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) wird die Biologie des Moor-Wiesenvögelchens nun besser verstanden (Bräu et al. 2010) und es besteht Hoffnung, dass die Situation der Art verbessert werden kann.

Merkmale des Moor-Wiesenvögelchens

Eine Paarung des Moor-Wiesenvögelchens. Das dunklere Tier rechts ist das Männchen. Es ist deutlich zu erkennen, dass das Weibchen relativ frisch geschlüpft ist, da es noch keine Flügelverletzungen oder Schuppenverluste aufweist. Foto: Geyer & Dolek.
Moor-Wiesenvögelchens

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Lebensraum

Der Lebensraum des Moor-Wiesenvögelchens. Die dichte Grasschicht aus Pfeifengras, einzelne verstreute Gehölze und der abgrenzende Baumbestand sind gut zu erkennen. Foto: M. Bräu.
Lebensraum des Moor-Wiesenvögelchens

Bei dem Lebensraum des verbliebenen Vorkommens handelt es sich um sekundäre Pfeifengraswiesen eines ehemaligen Torfabbaugebietes, die in feuchten Senken in Kleinseggen- und Kopfbinsenbestände übergehen.

Ein Schlüsselfaktor für das Vorkommen ist die Art und Beschaffenheit der Streuschicht; sie muss kräftig entwickelt sein. Der Anteil der von oben sichtbaren Streu muss im April/Mai wenigstens 50 % ausmachen. Neben der ausgeprägten Streuschicht ist eine lückige Pflanzendecke mit einem ausgeprägten dreidimensionalen Aufbau notwendig, dies können insbesondere einzelne Grasbulte oder kleine Geländekanten sein. Dieser Aufbau der Pflanzendecke entsteht nur, wenn die Flächen weitgehend ungenutzt sind und nicht gemäht werden.

Verbreitung

Literatur

Literatur