Bundesamt für Naturschutz

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Heckenwollafter (Eriogaster catax)

Vielfraß und Hungerkünstler zugleich

Der Heckenwollafter bewohnt lichte Wälder und Heckenlandschaften. Da die Schlehe die in Deutschland wichtigste Raupennahrung darstellt, muss sie ausreichend vorhanden sein. Die Lebensraumbedingungen sind für das Vorkommen entscheidend. Sehr gut besonnte Schlehen in geschützter und etwas luftfeuchter Lage werden bevorzugt besiedelt. Am auffälligsten sind die Raupengespinste und die vereinzelten großen Raupen im April und Mai. An den austreibenden Schlehen verursachen die gemeinsam fressenden Jungraupen oft stellenweise Kahlfraß, während die Falter keinen Saugrüssel haben und daher keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die Falter sind nachtaktiv und nur im September und Oktober anzutreffen.

Merkmale des Heckenwollafters

Ein Männchen des Heckenwollafters. Foto: Claudia Ruf.
Ein Männchen des Heckenwollafters

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Lebensraum

Insbesondere in den Mittel- und Niederwäldern des Steigerwaldes finden sich durch die Erhaltung dieser historischen Waldnutzung noch hervorragende Lebensräume des Heckenwollafters (Steigerwald, 2002). Foto: Geyer & Dolek.
Lebensraum Heckenwollafter

Der Heckenwollafter besiedelt verschiedene lichte Wälder und Heckenlandschaften mit reichlich Schlehe und Weißdorn in wärmegetönten Gebieten Deutschlands. Vorkommen in Flussauen sind aktuell keine mehr bekannt, wurden jedoch aus dem angrenzenden Elsass gemeldet. In Bayern und Thüringen sind die Lebensräume vor allem oberholzarme Mittel- und Niederwälder, weiter westlich wird auf Kalkmagerrasen und Felsheiden verwiesen. Letztere scheinen insbesondere im Zusammenhang mit Geländesenken und Grundwasserzügigkeit von Bedeutung zu sein.

Literatur

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