Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Braunbär ist tag-, dämmerungs- und nachtaktiv. Die Tiere besetzen Reviere, die sie alleine nutzen, die sich aber überlappen können. Die Reviergrößen schwanken je nach Nahrungsverfügbarkeit und Ausstattung mit Ruheplätzen zwischen 10 und 660 km² (Grimmberger & Rudloff 2009), in Mitteleuropa weisen die Territorien eine durchschnittliche Größe von 25 km² auf (Görner & Hackethal 1988). Männchen und Weibchen leben nur während der Paarungszeit kurzfristig zusammen. Braunbären halten 2-6 Monate Winterruhe in selbst gegrabenen Höhlen, die mit Pflanzenmaterial ausgepolstert werden. Dabei verringert sich die Körpertemperatur im Gegensatz zu echten Winterschläfern so gut wie nicht. Während dieser Zeit zehren die Tiere von den Fettreserven, die sie sich im Herbst angefressen haben. Die Nahrung des Braunbären ist hauptsächlich pflanzlichen Ursprungs (z.B. Kramer 2006), er gilt als das am stärksten von pflanzlicher Nahrung abhängige Raubtier (Jakubiec 1993).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Nach einer stark schwankenden Tragzeit von 6-7 Monaten werden junge Braunbären während des Winters, meist im Dezember und Januar, in der Winterhöhle geboren. Die 1-5 (meist 2) Jungen sind für ein Säugetier von der Größe eines Braunbären extrem klein, ungefähr rattengroß und nur sehr wenig entwickelt. Sie wiegen bei ihrer Geburt 300-400 g. Die ersten acht Wochen bleiben die Jungen mit ihrer Mutter in der Winterhöhle und werden ausschließlich mit sehr fetthaltiger Milch ernährt. Sie verbleiben bis zum Alter von 2-3 Jahren bei der Mutter, bevor sie sich eigene Territorien suchen. Braunbären bekommen nur alle 2-3 Jahre Junge (Jakubiec 1993). Während des Winters sollte auf forstliche Maßnahmen im Umfeld bekannter Winterhöhlen des Braunbären verzichtet werden, sowohl um erwachsene Tiere nicht zu stören als auch um Jungtierverluste zu vermeiden.

Verbreitung

Literatur

Literatur